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    Übung der US-Marineinfanteristen (Archivbild)

    Die Welt rüstet mit beschleunigtem Tempo auf – SIPRI-Experten

    © Foto: DoD/ U.S. Marine Corps/ Cpl. John M. McCall
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    Die Welt rüstet mit beschleunigtem Tempo auf. Darauf weisen Experten des Stockholmer internationalen Friedensforschungsinstituts (SIPRI) in ihrem jüngsten Bericht hin. Demnach wurde im vergangenen Jahr mit rund 1,7 Billionen US-Dollar (etwa 1,43 Billionen Euro) um 1,1 Prozent mehr Geld für Waffen und Kampftechnik ausgegeben als 2016.

    Es gehe um die höchsten Militärausgaben seit Ende des Kalten Krieges. Dem Bericht zufolge wuchsen die Rüstungsausgaben konsequent von 1999 bis 2011. 2012 bis 2016 seien die Ausgaben etwa konstant geblieben und 2017 wieder leicht gestiegen, hieß es.

    Berechnungen der SIPRI-Experten zufolge betragen die Rüstungsausgaben insgesamt 2,2 Prozent des globalen Bruttoinlandsprodukts (BIP) bzw. 230 US-Dollar pro Person. Am höchsten war der Anteil der Rüstungsausgaben am globalen BIP mit 3,3 Prozent im Jahr 1992. 2014 sei der Anteil auf 2,1 Prozent zurückgegangen.

    Die SIPRI-Rangliste der 15 Länder mit den höchsten Rüstungsausgaben führen weiterhin die USA mit 610 Milliarden Dollar an. Der Anteil Washingtons an den globalen Militärausgaben habe somit bei 35 Prozent gelegen.

    China belegt mit rund 228 Milliarden US-Dollar bzw. einem Anteil von 13 Prozent Platz zwei. Experten gehen aber davon aus, dass Chinas Rüstungsausgaben in Wahrheit deutlich höher sind, als die Regierung offiziell angibt.

    Russland hatte 2017 an den Rüstungsausgaben einen Anteil von 3,8 Prozent und wurde von Saudi-Arabien mit vier Prozent auf Platz vier verwiesen. Die fünftgrößten Rüstungsausgaben wies Indien mit einem Anteil von 3,7 Prozent auf.

    Die oben genannten fünf Länder hatten im vergangenen Jahr an den globalen Rüstungsausgaben einen Anteil von knapp 60 Prozent.

    Dem Bericht zufolge befinden sich vier der von SIPRI aufgelisteten 15 Länder in Westeuropa. Das sind Frankreich (Platz sechs), Großbritannien (Platz sieben), Deutschland (Platz neun) und Italien (Platz zwölf). Diese Länder hatten 2017 an den globalen Rüstungsausgaben einen Anteil von etwa 15 Prozent.

    Den Angaben zufolge gingen die Rüstungsausgaben in Russland 2017 um 20 Prozent auf 66,3 Milliarden Dollar zurück – zum ersten Mal seit 1998. Das heißt, dass die Militärausgaben am BIP Russlands einen Anteil von 4,3 Prozent hatten, nach 5,5 Prozent 2016.

    In Ländern Zentraleuropas wurde laut SIPRI ein Anstieg der Rüstungsausgaben um zwölf Prozent registriert, während diese in Westeuropa um 1,7 gewachsen sind. Die gesamten Militärausgaben der 29 NATO-Länder betrugen im vergangenen Jahr 900 Milliarden Dollar. Somit lag ihr Anteil an den globalen Rüstungsausgaben bei 52 Prozent.

    Dem Bericht zufolge nehmen die Rüstungsausgaben in Ländern Asiens und Ozeaniens seit 29 Jahren zu. Beachtlich seien die Ausgaben Chinas, die 2007 um 5,6 Prozent auf 228 Milliarden Dollar gewachsen seien. Der Anteil des Reichs der Mitte an den globalen Militärausgaben sei von 5,8 Prozent 2008 auf 13 Prozent im vergangenen Jahr gestiegen, hieß es.

    Die Rüstungsausgaben im Nahen Osten nahmen im vergangenen Jahr den Angaben zufolge um 6,2 Prozent zu, darunter in Saudi-Arabien um 9,2 Prozent. Auch im Iran und im Irak sei ungeachtet niedriger Ölpreise ein Anstieg der Militärausgaben zu verzeichnen.

    Zu den Rüstungsausgaben zählt SIPRI unter anderem staatlich getragene Kosten für die Streitkräfte, einschließlich Löhne und Gehälter, sowie Betriebskosten, die Ausgaben für den Erwerb von Waffen und Ausrüstung, für den Militäraufbau und für Forschungsarbeiten.

    SIPRI war 1966 als ein unabhängiges Zentrum gegründet worden. Das Institut ist auf Analysen von Konflikten, des Rüstungsmarktes und der Abrüstungskontrolle spezialisiert.

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    Tags:
    Militarisierung, Veröffentlichung, Bericht, Waffenexporte, Militärausgaben, Rüstung, Stockholmer Friedensforschungsinstitut (SIPRI), Nahost, Europa, Asien, Saudi-Arabien, Deutschland, USA, Frankreich, Russland
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