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    Großbritanniens Außenminister Boris Johnson beim G7-Außenministergipfel in Toronto am 22. April

    London will auf Gipfeltreffen antirussisches Bündnis entwickeln – The Guardian

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    Großbritannien will die antirussische Strategie mit Hilfe von mehreren internationalen Gipfeltreffen unter Teilnahme westlicher Länder festigen, schreibt am Donnerstag die Zeitung „The Guardian“ unter Berufung auf Regierungsquellen.

    „Das Vereinigte Königsreich wird in diesem Jahr eine Reihe internationaler Gipfeltreffen nutzen, um eine umfassende Strategie zur Bekämpfung der russischen Desinformationskampagne zu erarbeiten und um ein Neuüberdenken des traditionellen diplomatischen Dialogs mit Moskau dringend zu bitten“, schreibt das Blatt.

    Britische Diplomaten wollen demzufolge in diesem Jahr bei vier großen Gipfeltreffen – dem G7, dem G20 sowie dem Nato- und dem EU-Gipfel – das antirussische Bündnis entwickeln, das nach der Giftattacke auf den russischen Ex-Doppelagenten Sergej Skripal und dessen Tochter Julia im britischen Salisbury „eilig geschmiedet“ worden sei.

    Am 4. März waren im britischen Salisbury Sergej Skripal, einst Oberst des russischen Militärnachrichtendienstes GRU, und seine Tochter Julia vergiftet worden, was einen großen internationalen Skandal provoziert hatte. London behauptet, Skripal und seine Tochter seien mit dem Stoff A234 vergiftet worden, und wirft Moskau vor, in das Attentat verwickelt zu sein, weil der Giftstoff nach Angaben von Experten sowjetischer Herkunft gewesen sein soll.

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    Russland wies die Vorwürfe entschieden zurück. Der russische Außenminister Sergej Lawrow teilte Sputnik mit, dass der Giftstoff, der im Westen als „Nowitschok“ bezeichnet wird und der vermutlich beim Angriff in Salisbury eingesetzt worden war, in den USA in der Bewaffnung gewesen oder verwendet worden sei. Diesen Stoff herzustellen, sei sehr einfach.

    Die britische Premierministerin Theresa May machte die russische Regierung für das mutmaßliche Attentat verantwortlich und ordnete die Ausweisung von 23 russischen Diplomaten an. Aus „Solidarität“ mit London wiesen auch die USA, Deutschland und viele weitere EU-Staaten Dutzenden russischen Diplomaten die Tür. Russland konterte mit ähnlichen Maßnahmen.

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    Tags:
    antirussische Politik, G20-Gipfel, Gipfel, Vergiftung, EU, NATO, Sergej Skripal, Großbritannien, Russland