04:27 19 Oktober 2018
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    Kampfjet Su-24A Su-24 bomber aircraft

    Israelischer General berichtet über Beinahe-Abschuss von russischem Kampfjet

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    Der seit fast drei Jahren existierende „heiße Draht“ zwischen dem israelischen und russischen Militär hat gleich in den ersten Monaten ihrer Existenz geholfen, einen ernsthaften Zwischenfall mit einem russischen Kampfflugzeug abzuwenden. Dies erzählte der Ex-Verteidigungsminister Israels, General a.D. Mosche Jaalon, im Interview mit Sputnik.

    Jaalon war einer der Mitbegründer dieser Hotline, die es seit dem Herbst 2015 den Streitkräften beider Länder ermöglicht, zufällige Kollisionen und andere gefährliche Vorfälle  beim Führen der Militäroperation in Syrien gegen die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS, auch Daesh) * zu vermeiden.

    „Er (der heiße Draht – Anm. d. Red.) rettet Leben, denn er erlaubt es, Missverständnisse zu verhindern. Gleich zu Anfang der russischen Präsenz hat es einen Fall gegeben, als ein russischer Pilot fast unsere Grenze über den Golanhöhen verletzt hätte. Wäre es ein syrisches Flugzeug gewesen, hätten wir es abgeschossen“, berichtete Jaalon.

    „Aber uns war klar, dass es ein russisches Flugzeug ist, und so haben wir die Hotline für die Kommunikation mit (dem russischen Luftstützpunkt) Hmeimim aktiviert: ‚Ihr Flugzeug ist kurz vor dem Eindringen in unseren Luftraum. Vorsicht!"

    Das Problem sei unverzüglich geregelt worden, so Jaalon weiter. "Wäre an seiner statt ein syrisches Flugzeug gewesen, hätten wir es wohl abgeschossen." Etwa ein Jahr vor diesem Fall hatten die Israelis ihm zufolge unter ähnlichen Umständen über dem von ihnen kontrollierten Teil der Golanhöhen einen syrischen Jagdbomber Su-24 abgeschossen.

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    Die Direktverbindung zwischen der russischen Militärbasis Hmeimim und dem Hauptsitz der israelischen Armee in der Kirya in Tel Aviv war praktisch gleichzeitig mit dem Auftauchen der Gruppierung der russischen Luftstreitkräfte in Syrien eingerichtet worden. Beide Seiten schätzen die Effektivität dieses „Mechanismus zur Konfliktverhinderung“ hoch ein und sind an der Fortsetzung seiner Tätigkeit interessiert.

    Israel ist laut dem Ex-Verteidigungsminister seinerseits an der Erhaltung der Handlungsfreiheit in Syrien interessiert, sagt der Ex-Verteidigungsminister. Die ausländischen Medien hätten wiederholt Meldungen über die Teilnahme israelischer Kampfjets an Einsätzen gegen Militärdepots und Autokolonnen im Nachbarstaat gebrach, darunter auch, nachdem dort die russische Luftwaffe und Luftabwehrmittel aufgetaucht waren. 

    Die israelischen Behörden kommentieren Jaalon zufolge diese Meldungen in der Regel kaum, offenbaren jedoch ihre Bereitschaft, Gewalt anzuwenden, um das in Syrien agierende iranische Militär an den Nordgrenzen des jüdischen Staates im Zaum zu halten.

    Das russische Militär befindet sich seit dem Herbst 2015 auf Bitten des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad in Syrien, um dem Land im Kampf gegen die islamistischen Terrormilizen zu helfen. Zu diesem Zweck wurde die russische Militärbasis Hmeimim bei Latakia eingerichtet. Auch der Iran erweist Syrien aktive Unterstützung im Antiterrorkampf.

    * Der IS ist in Russland verboten

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    Mosche Jaalon, Israel, Syrien, Russland