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    Polizei-Absperrung nach der Hospitalisierung von Sergej Skripal in der britischen Stadt Salisbury

    Skripal-Gift: OPCW widerspricht ihrem eigenen Direktor

    © AP Photo / Frank Augstein
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    Die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) kann nach ihren eigenen Angaben die Menge des Giftstoffes nicht genau festlegen, mit dem der ehemalige russische Doppelagent Sergej Skripal und seine Tochter Julia in Großbritannien vergiftet worden sein sollen.

    Wie es in der Mitteilung auf der Webseite der OPCW heißt, handelt es sich höchstwahrscheinlich um nur wenige Milligramm Gift. Das Untersuchungsteam soll jedoch zu dem Schluss gekommen sein, dass die am Ort des Geschehens in Salisbury gefundene chemische Substanz von hoher Reinheit und gegen Witterung beständig gewesen sei.

    Erst am Freitag hatte OPCW-Chef Ahmet Üzümcü gegenüber der Zeitung „The New York Times“ die Menge des Giftstoffes, mit dem der ehemalige russische Doppelagent Sergej Skripal und seine Tochter Julia im britischen Salisbury vergiftet worden waren, eingeschätzt. Sie soll demzufolge zwischen 50 und 100 Gramm betragen haben. Nach Ansicht von mehreren von Sputnik befragten Experten hätte diese Dosis für den Tod aller Einwohner von Salisbury ausgereicht.

    Am 4. März waren im britischen Salisbury Sergej Skripal, einst Oberst des russischen Militärnachrichtendienstes GRU, und seine Tochter Julia vergiftet worden, was einen großen internationalen Skandal provoziert hatte. London behauptet, Skripal und seine Tochter seien mit dem Stoff A234 vergiftet worden, und wirft Moskau vor, in das Attentat verwickelt zu sein, weil der Giftstoff nach Angaben von Experten sowjetischer Herkunft gewesen sein soll.

    Russland wies die Vorwürfe entschieden zurück. Der russische Außenminister Sergej Lawrow teilte Sputnik mit, dass der Giftstoff, der im Westen als „Nowitschok“ bezeichnet wird und der vermutlich in Salisbury eingesetzt worden war, in den USA in der Bewaffnung gewesen oder verwendet worden sei. Diesen Stoff herzustellen, sei sehr einfach.

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    Tags:
    Giftgas, die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW), Sergej Skripal, Sergej Lawrow, Großbritannien, Russland
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