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    Raketenabwehrkomplex S-400 (Archiv)

    Trotz möglicher US-Sanktionen: Türkei wird russische S-400-Systeme kaufen

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    Politik
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    Russland wird der Türkei die S-400-Raketenabwehrsysteme zu vereinbarten Fristen liefern, wie Ismail Demir, der für die Rüstungsindustrie zuständige Sekretär im Verteidigungsamt, gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu sagte. Mögliche US-Sanktionen werden ihm zufolge dies nicht beeinflussen können.

    „Die Rahmen der Vereinbarung wurden bestimmt, und die türkische Seite hat alle Forderungen erläutert. Es gibt eine Reihe von Forderungen. Ein Teil von ihnen ist der Öffentlichkeit bekannt. Es gibt auch keine Probleme bei der Umsetzung dieser Forderungen. Die Umsetzung des Abkommens wird gemäß den ursprünglichen Absprachen fortgesetzt“, sagte Demir.

    Im Zusammenhang mit dem Kauf der russischen S-400-Raketenabwehrsysteme kommentierte er die Information über mögliche Sanktionen gegenüber Ankara. Ihm zufolge weiß die Türkei über solche Meldungen Bescheid, aber die Präsidenten der Türkei und Russlands haben eine klare Entscheidung getroffen: „Das sind doch keine Kinderspiele, um heute das eine und morgen was anderes zu sagen. Eine andere Variante des Ablaufs der Ereignisse widerspricht den Prinzipien des Staates und der SSM-Position (Sekretariat der türkischen Verteidigungsindustrie – Anm. d. Red.). Die SSM-Tätigkeit wird gemäß der Staatspolitik der Türkei erfüllt … Es ist sehr wichtig, selbstständige Entscheidungen zu treffen und die Politik im Interesse unseres Landes zu betreiben“, sagte Demir.

    „Wir erwarten, dass die Verbündeten der Türkei eine Frage nicht mit einer anderen mischen und die Situation vernünftig einschätzen werden“, fügte er hinzu.

    Zuvor hatte der Assistent des US-Außenministers, Wess Mitchell, gewarnt, dass sich der Erwerb russischer Flugabwehr-Raketensysteme S-400 durch Ankara auf die Lieferung amerikanischer Jagdflugzeuge der fünften Generation F-35 negativ auswirken könne.

    Russland und die Türkei hatten im vergangenen Dezember in Ankara einen Kreditvertrag über die Lieferung von S-400-Komplexen unterzeichnet. Nach Angaben des Sekretariats der türkischen Rüstungsindustrie kauft Ankara zwei Batterien, die von türkischem Personal bedient werden sollen. Zudem wurde eine technologische Kooperation mit dem Ziel vereinbart, die Produktion von Luftabwehrtechnik in der Türkei einzurichten.

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    Politiker, Sanktionen, Kauf, Raketenabwehrsystem S-400, Ismail Demir, USA, Türkei, Russland