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    Die designierte CIA-Chefin Gina Haspel

    Designierte CIA-Chefin: Überwiegt die Erfahrenheit mit Russland die Folter-Vorwürfe?

    © REUTERS / Joshua Roberts
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    Die designierte CIA-Chefin Gina Haspel hat sich lange Zeit mit Operationen beschäftigt, die mit Russland verbunden waren. Möglicherweise ist das das wichtigste Argument für ihre Nominierung, schreibt die Zeitung „The Washington Post“.

    Haspel, die Wunschkandidatin des US-Präsidenten Donald Trump für die Spitze der CIA, soll den ehemaligen Chef der Behörde, Mike Pompeo, den jetzigen US-Außenminister, ablösen. Ihre Beförderung sorgte jedoch für Kritik. Die Geheimdienstoffizierin übernahm 2002 ein Geheimgefängnis in Thailand, wo anscheinend gegen mutmaßliche Al-Qaida-Terroristen die Folter angewandt wurde.

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    Haspel muss am Mittwoch zu einer Anhörung vor den Senatoren des Geheimdienstausschusses erscheinen, anschließend wird der gesamte Senat über ihre Bestätigung im Amt abstimmen. Laut dem Blatt ist Haspels Erfahrenheit mit Russland „das Erwägen wert“.

    „Jetzt, wo die Aufmerksamkeit der USA durch die Ermittlung von Russlands geheimen Einflussoperationen während der US-Präsidentschaftswahlen 2016 gefesselt ist, ist Haspel möglicherweise die Geheimdienstoffizierin, die die russische Bedrohung am besten versteht“, so „The Washington Post“.

    Haspel begann ihre Karriere in einem „sowjetischen Satellitenstaat in Ostafrika 1987“, betont die Zeitung. Obwohl sie nie in Moskau gedient habe, soll sie „den Großteil der ersten 15 Jahre ihrer Kariere mit Operationen verbracht haben, die mit Russland verbunden waren“.

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    Unter anderem sei Haspel von 1998 bis 2000 als stellvertretende Chefin der Gruppe für Russland-Operationen in der Abteilung für Zentraleurasien tätig gewesen. 

    „Sie promovierte im FSB, in der SVR und in der GRU“, scherzte der ehemalige Stationschef in Moskau, Dan Hoffman, unter Bezugnahme auf drei russische Geheimdienste.

    Das Blatt bezeichnet die US-Handlungen in der so genannten Causa Skripal als „Test für Haspels Können, vertrauliche Russland-Operationen mit Trumps Weißem Haus zu leiten“. Nach dem Giftanschlag auf den ehemaligen GRU-Oberst Sergej Skripal und dessen Tochter Julia im englischen Salisbury arbeitete die stellvertretende CIA-Direktorin eng mit dem britischen Auslandsgeheimdienstes MI6 zusammen, um die Antwort zu koordinieren. Haspel informierte Trump persönlich über den Fall und empfahl die Ausweisung von 60 russischen Diplomaten. Das sei Trumps „härteste Aktion gegen Russland in seiner Präsidentschaft“ gewesen.

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    Tags:
    Amt, Karriere, Nominierung, Geheimdienstchef, Geheimdienstler, Ernennung, Gefängnis, Folter, Geheimdienst, Al-Kaida, US-Außenministerium, Britischer Geheimdienst MI6, Al-Qaida, CIA, Gina Haspel, Julia Skripal, Yulia Skripal, Sergej Skripal, Mike Pompeo, Michael Pompeo, Donald Trump, USA, Russland
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