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    Ölgewinnung in Russland (Symbolbild)

    „US-Ausstieg aus Atom-Deal mit Iran spielt Russland in die Hände“ – Experte

    © Sputnik / Ramil Sitdikov
    Politik
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    Die Entscheidung des US-Präsidenten Donald Trump über den Ausstieg aus dem Atomdeal mit dem Iran ist für Russland vorläufig günstig. Mit der Zeit kann sich die Situation aber ändern, meint der Chef der Analyseabteilung der russischen Bank BKF, Maxim Ossadtschi.

    „Vorläufig spielt Trumps Entscheidung Russland in die Hände, weil sie einen Anstieg der Ölpreise verursacht: Wegen der Sanktionen verlässt ein wesentlicher Teil des iranischen Erdöls den Markt“, sagte der Experte gegenüber Sputnik.

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    Unter den weiteren wichtigen Faktoren, die zum Anstieg der Ölpreise führen, nannte er den verlängerten „OPEC+“-Deal, die instabile Situation in Venezuela und die nach Trumps Entscheidung steigende Spannung im Nahen Osten.

    Das Handelsvolumen zwischen Russland und dem Iran sei gering. Unter den Ländern, die aus Russland importieren, nehme der Iran den 40. Platz ein. 2017 habe Russland Waren für 1,3 Milliarden Dollar in den Iran geliefert, was 0,5 Prozent vom gesamten russischen Exportumfang betrage. Der iranische Import nach Russland habe bei 387 Millionen Dollar gelegen.

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    „Auch wenn Russland völlig auf den Handel mit dem Iran verzichtet, wird das keinen großen Einfluss auf unsere Wirtschaft haben, weil das Volumen dieses Handels nicht groß ist“, meint Ossadtschi.

    Demzufolge können die Folgen „iranischer“ Sanktionen gegen Russland viel schlimmer sein. „Das mögliche ‚US-Sanktionenmenü‘ kann ein Verbot von Geschäften mit russischer Verschuldung sowie Sanktionen gegen noch nicht betroffene russische Unternehmen und Banken beinhalten. Wir haben bereits gesehen, welche Erschütterung die Sanktionen gegen die Industriegruppe von (dem russischen Oligarchen Oleg – Anm. d. Red.) Deripaska ausgelöst hat. Schließlich ist eine Einfrierung russischer Aktiva in den USA nicht ausgeschlossen“, so der Experte.

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    Am Dienstag hatte US-Präsident Donald Trump angekündigt, dass sich die USA aus dem Atom-Abkommen mit dem Iran zurückziehen würden. Darüber hinaus hatte der amerikanische Staatschef erklärt, die USA würden alle Sanktionen gegen den Iran reaktivieren, die nach der Unterzeichnung des Abkommens aufgehoben worden waren. 

    Die 5+1 Staaten (UN-Vetostaaten und Deutschland) und der Iran hatten 2015 ein historisches Abkommen über die Beilegung der jahrelangen Frage des iranischen Atomprogramms erzielt. Die Parteien hatte den Gemeinsamen Umfassenden Aktionsplan – Joint Comprehensive Plan of Action (JCPOA) – beschlossen, dessen Erfüllung die wirtschaftlichen und finanziellen Sanktionen des UN-Sicherheitsrates, der USA und der EU gegen den Iran aufhob.    

    Noch vor seiner Wahl zum US-Präsidenten hatte Trump den Vertrag heftig kritisiert und ihn als „schlechtesten Deal“ bezeichnet. Er hatte nicht ausgeschlossen, dass die USA aus dem Abkommen austreten würden, falls es nicht gelingen werde, es zu „korrigieren“.

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    Tags:
    Atomwaffen, Atombombe, Atomdeal, Atomabrüstung, Atomabkommen, Import, Export, Ölförderer, Öl, Erdöl, Iranisches Atomabkommen, Uno, UN, OPEC, Oleg Deripaska, Wladimir Putin, Hassan Rohani, Donald Trump, Nahosten, Nahost, Naher Osten, Russland, Iran, USA
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