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    US-Ausstieg aus Atom-Deal treibt Iran zu Allianz mit Russland und China – Experte

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    Der iranische Experte aus der Universität Teheran Mohammad Marandi hat in einem Interview mit Sputnik die Entscheidung von US-Präsident Trump über den US-Ausstieg aus dem Atom-Deal mit dem Iran kommentiert.

    Marandi verwies darauf, die Leute im Iran seien über die Entscheidung von Trump enttäuscht gewesen. Sie habe jedoch geholfen, viele Menschen im Land zusammenzubringen.  

    „Verständlicherweise sind die Leute im Iran verärgert. In den letzten drei Jahren haben die USA den JCPOA (Joint Comprehensive Plan of Action – dt. Gemeinsamer Umfassender Aktionsplan – Anm. d. Red.) mehrmals verletzt…wie wir sagen, noch bevor Trump aus dem Deal ausstieg: Wenn ich einen Dollar ins Ausland überweisen oder einen Dollar aus dem Ausland bekommen wollte … es ist unmöglich.“     

    Das Banksystem sei immer noch nicht mit dem globalen Banksystem verbunden, weil die USA das verhindern würden. Sie würden Banken, Versicherungsfirmen und große Unternehmen davon abhalten, Geschäfte mit dem Iran zu tätigen.      

    “Ich glaube, die Entscheidung Trumps hat die iranischen Politiker ironischerweise zusammengebracht… sie haben sich darauf geeinigt, wie man mit den USA umgeht. Nämlich, indem die Verhandlungen mit den USA gestoppt werden.“

    In Anbetracht der fehlenden Berichterstattung über die Reaktion des Irans auf Trumps Verkündung am Dienstag wies Marandi darauf hin, es sei keine Überraschung gewesen, dass westliche Medien versagt hätten.

    „Ich bin nicht überrascht [über den Mangel an Berichten], so ist es normalerweise: Der Iran hat selten eine Stimme“, sagte Marandi. „Es ist immer eine einseitige Diskussion, wenn es um den Iran geht.“

    Der ehemalige US-Präsident Barack Obama, der eine wichtige Rolle bei der Schließung des Abkommens 2015 gespielt habe, sei nur ein anderer US-Politiker gewesen, der den Iran betrogen habe, um daraus seine eigenen Vorteile zu ziehen.    

    “Ich persönlich glaube, es war so, weil Obama auch seine Vorteile ziehen wollte …Er wollte ein Abkommen haben, aber den Iran weiter unterminieren. Ich denke, das ist ein allgemeines Muster, wenn es um den Iran und die Vereinigten Staaten geht. Die USA haben nie ihre Abkommen mit dem Iran eingehalten. Als die Iraner nach dem 11. September mit den Vereinigten Staaten in Afghanistan kooperierten, wurde der Iran sofort als Achse des Bösen bezeichnet.“

    “Ich denke, dass Trump jetzt den Iran, Russland und China näher zusammen bringt. Ich glaube nicht, dass die Europäer in absehbarer Zeit selbständig handeln werden…aber die Russen und die Chinesen sind viel verlässlichere Partner für den Iran“, fügte er hinzu und vermutete, dass Europa sich aus Angst vor dem Zorn der USA vom Iran abschotten würde.

    Marandi betonte, dies würde die US-Interessen viel mehr als jene der anderen Staaten verletzen.

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    Tags:
    Achse des Bösen, Vorteile, Atom-Deal, Partner, Allianz, Verhandlungen, Gemeinsamer Umfassender Aktionsplan (Joint Comprehensive Plan of Action, JCPOA), Iranisches Atomabkommen, Sputnik, Donald Trump, Barack Obama, Europa, Teheran, Iran, Afghanistan, USA, Russland, China
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