12:51 20 August 2018
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    Der erste russische Präsident Boris Jelzin (Archivbild)US-Präsident Donald Trump (Archiv)

    „Bemerkenswerteste Parallele“: Politologin vergleicht Trump mit Jelzin

    © RIA Novosti . Boris Babanov © AP Photo / Manuel Balce Ceneta
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    Laut der Politikwissenschaftlerin Ruth Deyermond erinnert das Vorgehen von US-Präsident Donald Trump an die politischen Entscheidungen des ersten russischen Präsidenten, Boris Jelzin. Diese Parallele hat Deyermond in einem Artikel für die britische Zeitung „The Independent“ gezogen.

    Man vergleicht Trump sehr oft mit verschiedenen Persönlichkeiten aus der US-Geschichte, schreibt Deyermond, die sich auf die russisch-amerikanischen Beziehungen spezialisiert hat, in ihrem Artikel für „The Independent“.  Die „bemerkenswerteste Parallele“ könne man aber zwischen dem 45. US-Präsidenten und dem ersten russischen Präsidenten, Boris Jelzin, ziehen.

    Jelzin war, ebenso wie Trump, eine zutiefst umstrittene Figur, ein politischer Straßenkämpfer, der dadurch überlebt hat, dass er bestimmte Menschen und Fraktionen gegeneinander aufgehetzt und komplexe Beziehungen mit Figuren in und außer der Regierung gepflegt hat“, so die Politologin.

    Man werfe den beiden Politikern vor, schreibt Deyermond weiter, dass sie Verhältnisse geschaffen hätten, unten denen Superreiche Vorteile auf Kosten der einfachen Menschen gezogen hätten.

    Die Expertin betont, man solle historische Parallelen mit Vorsicht ziehen. Zwischen den politischen Realitäten Trumps und Jelzins gebe es viele Unterschiede, gleichzeitig gebe es aber viel Ähnliches, was das Vorgehen Trumps und Jelzins auf der internationalen Bühne angehe.

    Wie Deyermond schreibt, hätten die beiden Politiker Militäroperationen ausgenutzt, um die öffentliche Aufmerksamkeit von internen Problemen abzulenken. Der US-Raketenangriff auf Syrien vom April erinnere an Jelzins „kleinen siegreichen Krieg“ in Tschetschenien, denn beide Ereignisse hätten die Aufmerksamkeit von der innenpolitischen Krise abgelenkt, unterstreicht die Politikwissenschaftlerin. 

    Die US-Position auf der internationalen Bühne, die zurzeit ziemlich verwundbar sei, könne weiter beschädigt werden, denn Trump sei unfähig, „den Staat effektiv zu regieren“ sowie „sowohl sich selbst als auch seine Administration zu kontrollieren“, so Deyermond. Trumps Außenpolitik schaffe eine „globale Ungewissheit“ und sei ein Zeichen von „Washingtons Schwächung“.

    „In den 1950er Jahren erlebte die Sowjetunion die Entstalinisierung, um die Fehler der Vergangenheit zu korrigieren. Washington muss dringend mit einer ‚Entjelzinisierung‘ beginnen, bevor den US-Positionen weiterer Schaden zugefügt wird. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist aber zurzeit sehr gering“, schreibt Deyermond abschließend.

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    Tags:
    Verhältnisse, Beziehungen, Unterschiede, Ähnlichkeit, Geschichte, Vorgehen, Außenpolitik, Parallele, Vergleich, Boris Jelzin, Donald Trump, Russland, USA
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