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    Demo auf dem Moskauer Sacharow-Prospekt zur Unterstützung von Telegram

    Oppositions-Demo in Moskau: Hunderte fordern „freies Internet“

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    Politik
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    Mehrere Hundert Menschen haben sich am Sonntag auf dem Sacharow-Prospekt im Zentrum von Moskau zu einer Kundgebung eingefunden. Die Demonstranten tragen Flaggen der oppositionellen Parteien Jabloko, „Linke Front“, Parnas sowie von nationalistischen Bewegungen.

    Man skandiert Anti-Regierungsparolen. Die Organisatoren sprachen zu Beginn der Demo am Nachmittag von mindestens 700 Teilnehmern. Nach Polizeiangaben sind es mittlerweile bereits rund 1000. Die Aktion verläuft ruhig.

    Anlass für die Demo ist die formale Sperre gegen den Chatdienst Telegram. Diese war von einem Gericht angeordnet worden, nachdem sich Telegram geweigert hatte, dem Inlandsgeheimdienst FSB geheime Schlüssel auszuhändigen.

    Der FSB vermutet, dass Terroristen den Messenger bei der Planung von Terroranschlägen in Russland nutzen.

    Seit rund einem Monat blockieren russische Internetanbieter die IP-Adressen der Telegram-Server. Dennoch umgehen viele Nutzer die Sperre, indem sie auf Proxy- und VPN-Dienste ausweichen. Weitere Messenger funktionieren in Russland ohne Beeinträchtigung.

    In der vergangenen Woche hatte eine oppositionelle Protestaktion im Zentrum von Moskau mit Hunderten Festnahmen geendet. Die Stadtleitung hatte den Demonstranten den Sacharow-Prospekt zur Verfügung gestellt. Dennoch folgten mindestens 1500 Menschen dem Aufruf von Oppositionspolitiker Alexej Nawalny und marschierten auf der Twerskaja-Straße auf. Zwei Drittel der Festgenommenen kamen noch am selben Tag frei.

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    Tags:
    Demonstration, Telegram, FSB, Moskau, Russland
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