18:06 24 September 2018
SNA Radio
    US-Präsident Donald Trump (Archiv)

    „Gedemütigte Sklaven“: Iran veröffentlicht Trumps angeblichen Brief an Verbündete

    © AP Photo / Susan Walsh
    Politik
    Zum Kurzlink
    4249515

    Der Oberste Religionsführer des Irans, Ayatollah Ali Khamenei, hat laut dem britischen Sender BBC den Inhalt der Briefe publik gemacht, die US-Präsident Donald Trump vor Kurzem an US-Partner im Nahen Osten gerichtet haben soll.

    „Vor wenigen Tagen hat Trump einen Brief an die Staatschefs der Golfstaaten geschrieben, der uns offenbart wurde. Er schrieb: ‚Ich habe 7 Billionen Dollar ausgegeben und Sie müssen als Gegenleistung etwas tun.‘  Die USA wollen gedemütigte Sklaven besitzen“, schrieb Ali Khamenei auf seinem Twitter-Account am 9. Mai, einen Tag nachdem Trump den US-Rückzug aus dem Atom-Deal mit dem Iran verkündet hatte.

    ​Bemerkenswert ist, dass die Zeitungen  „The New York Times“ und „The Washington Post“ die Existenz solcher Briefe bestätigt haben:

    „The New York Times“ hat unter Berufung auf eigene Quelle geschrieben, dass Trump tatsächlich zwei Briefe an die US-Partner im Nahen Osten geschickt habe, in denen er erklärt haben soll, dass er zu viel Geld  zur Unterstützung der Region ausgegeben habe. Darüber hinaus soll er die US-Verbündeten aufgerufen haben, Maßnahmen zu ergreifen, um dem Einfluss des Irans Paroli zu bieten.

    „The Washington Post“, die sich ebenfalls auf ihre eigene Quelle im Weißen Haus beruft, berichtet dagegen von einem Brief, den Trump an die Spitzenpolitiker der Golfstaaten geschickt habe. Sein Inhalt widerspricht aber laut der Zeitung in keiner Weise jenen Äußerungen, die der US-Präsident zuvor öffentlich gemacht habe. Der Brief soll vor etwa zwei Wochen verschickt worden sein.

    Wie die US-Medien schreiben, versucht Trump in beiden Briefen, den Druck auf den Iran zu erhöhen, indem er betone, dass die USA mehr Aktivitäten von der Region erwarte, wo Amerika seit dem Terroranschlag vom 11. September 2001 viel Geld investiert habe.

    Die engsten Partner der USA in der Golfregion sind Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Israel. Alle diese Länder üben eine scharfe Kritik an dem iranische Atomabkommen, das im Jahr 2015 während der Amtszeit von Barack Obama unterzeichnet worden war.

    Wie BBC ferner berichtet, hat Theodor Karasik, der leitende Berater des „Centre for Analytics of the Gulf States“, die Situation kommentiert. Laut Karasik spielt der Brief eine sehr wichtige Rolle, weil sein Text der iranischen Regierung zeige, was genau sie von Washington zu erwarten habe. Der Brief könnte seiner Meinung nach durch Vertreter von Kuwait, Katar, Oman oder Jordanien und möglicherweise auch Russland an Teheran übermitteln worden sein.

    Al Khamenei hat laut BBC Trumps Worte als „Erniedrigung für Muslime“ bezeichnet  und erklärt, dass die Position des US-Präsidenten nur erneut gezeigt habe, dass „sich die Muslime den USA sowie der Verspottung seitens anderer despotischer Regierungen entschieden widersetzen müssen".

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Trump erhofft sich neuen „guten Deal“ mit Iran
    Trump kündigt Atomabkommen mit Iran: Grünes Licht für die Konfrontation mit Russland
    Irandeal: Deutschland will Trump nicht mehr folgen - Maas und Merkel kritisieren USA
    Nun offiziell: Trump beschließt Aufkündigung von Atom-Deal mit Iran
    Tags:
    Erniedrigung, Brief, Muslime, Donald Trump, Ajatollah Ali Chamenei, Golfstaaten, Iran, USA