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    Christian Lindner während FDP-Parteitags in Berlin

    Angst vor Ausländern beim Bäcker? Christian Lindner löst heftige Debatte aus

    © AFP 2018 / Tobias Schwarz
    Politik
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    Marcel Joppa
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    Auf dem Parteitag der FDP hatte Parteichef Christian Lindner mit einer Anekdote über Menschen, die beim Bäcker in gebrochenem Deutsch Brötchen bestellen, eine massive Welle der Entrüstung ausgelöst. Im Netz wird verbissen diskutiert: War Lindners Statement rechtspopulistisch, oder schlicht die Wahrheit? Der FDP-Vorsitzende selbst rudert zurück.

    Der FDP-Vorsitzende Christian Linder hatte am Wochenende auf dem Parteitag der „Freien Demokraten“ eine Rede gehalten, die bis jetzt für große Aufmerksamkeit und hysterische Debatten sorgt. Dabei erzählte er eine Anekdote, in der er erklärte:

    „Man kann beim Bäcker in der Schlange nicht unterscheiden, wenn einer mit gebrochenem Deutsch ein Brötchen bestellt, ob das der hochqualifizierte Entwickler künstlicher Intelligenz aus Indien ist oder eigentlich ein sich bei uns illegal aufhaltender, höchstens geduldeter Ausländer.“

    Das würde die Gesellschaft verunsichern, so Lindner weiter. Deshalb müsse man dafür sorgen, dass jeder sicher sein könne, dass sich dieser Ausländer legal in Deutschland aufhalte.

    Diese Geschichte des FDP-Chefs sorgte für so großen Wirbel, dass kurz danach ein Mitglied der Partei auf Twitter erklärte, er sei umgehend aus der FDP ausgetreten:

    Insgesamt führte die Anekdote zu einem großen Aufschrei in der Netzgemeinde. Einer der Vorwürfe dort: Christian Lindners Blick sei zu einseitig:

    Ein Großteil der Nutzer sozialer Medien nahm das Thema jedoch mit Humor und konterte mit sarkastischen Kommentaren:

    Auf die Aussagen Lindners hagelte es aber nicht nur Kritik. Einige Twitter-Nutzer gaben dem FDP-Chef Recht und verteidigten ihn sogar:

    Während die Bäckerei-Geschichte auf dem Parteitag selbst kaum eine Rolle spielte und unter den Delegierten nicht groß diskutiert wurde, läuft die Debatte darüber im Netz ungehindert weiter. Schließlich sah sich Linder selbst genötigt, eine Richtigstellung zu veröffentlichen:

    Die Situation in der Bäckerei habe also ein Bekannter Lindners mit Migrationshintergrund selbst erlebt und dem FDP-Chef erzählt. Deshalb müsse es nun die Aufgabe der Politik sein, die deutsche Gesellschaft zu befrieden. Rechtsstaat statt Leitkultur, so das Fazit Lindners. Ob er damit der Netzgemeinde den Wind aus den Segeln nimmt und die Debatte abflaut, bleibt abzuwarten. Erfahrungsgemäß hängen Politikern solch prägnante Anekdoten sehr lange Zeit nach.

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    Tags:
    Arbeitslosigkeit, Arbeitsplätze, Migranten, Migration, Debatte, Ausländer, Twitter, FDP, Christian Lindner, Deutschland
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