00:25 19 Juli 2018
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    Margarita Simonjan, Chefredakteurin des TV-Senders RT und der Agentur Rossiya Segodnya

    Berlin könnte Medienregeln wegen RT umschreiben - Senderchefin

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    RT-Chefin Margarita Simonjan fürchtet nach eigenen Angaben, dass Deutschland seine Regeln für Medien umschreiben könnte, um dem russischen Auslandssender das Mieten von Aufnahmestudios zu verbieten.

    RT hatte im März einen Raum des MDR genutzt, um eine Videobrücke mit dem sächsischen AfD-Politiker Maximilian Krah zu organisieren. Der MDR erntete danach starke Kritik in der einheimischen Presse wegen der Kooperation mit dem russischen Sender. Seine Empörung äußerte unter anderem Hendrik Zörner vom Deutschen Journalisten-Verband (DJV).

    „Nun wird man in Deutschland die Regeln für Medien revidieren, um uns kein Studio zur Miete zu geben“, schrieb Simonjan am Montag via Twitter.

    „Merkwürdig, dass (der Raum – Anm. d. Red.) nach uns nicht desinfiziert wurde – es könnte dort ja ‚highly likely‘ Nowitschok geblieben sein.“

    Der Westen bezeichnet als „Nowitschok“ den Stoff, mit dem der russisch-britische Doppelagent Sergej Skripal Anfang März in Großbritannien vergiftet wurde. London wirft Moskau vor, in das Attentat verwickelt zu sein, bringt aber keine schlagkräftigen Beweise. Russland weist die Vorwürfe entschieden zurück.

    Das EU-Parlament hatte im Herbst 2016 eine Resolution zum Widerstand gegen russische Medien angenommen. Als Hauptgefahren wurden darin Sputnik und RT bezeichnet. Laut Russlands Präsident Wladimir Putin zeugt die Annahme dieses Dokumentes von dem Verfall der Demokratiewerte in der europäischen Gesellschaft.

    Das US-Justizministerium hatte im vergangenen November den Fernsehsender RT America und das Partnerunternehmen Reston Translator, das Sputnik-Programme in den USA sendet, als „Auslandsagenten“ registriert. Sputnik und RT wurde außerdem beweislos die Einmischung in die Präsidentenwahlen in den USA 2016 zur Last gelegt.

     

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    Tags:
    Verbannung, Verbot, Medien, Nervengift Nowitschok, Sputnik, RT, Sergej Skripal, Margarita Simonjan, USA, Deutschland, Russland
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