00:22 19 Juli 2018
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    Der jüngst gewählte Premier Armeniens Nikol Paschinjan (l.) und Präsident Russlands Wladimir Putin in Sotschi

    Nach Wahl zum Premier: Armeniens Ex-Protestführer reist zu Putin

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    Armeniens neuer Premierminister, Nikol Paschinjan, ist am Montag nach Sotschi gereist, um sich mit Russlands Präsident Wladimir Putin zu treffen. Wie dieser im Anschluss an das Gespräch mitteilte, wird Moskau mit Jerewan aktiv im Sicherheitsbereich und bei der Wirtschaftsentwicklung zusammenarbeiten.

    Putin machte darauf aufmerksam, dass Russland ein führender Handels- und Wirtschaftspartner Armeniens bleibe. Sein Anteil belaufe sich auf über 25 Prozent des Warenumsatzes Armeniens. Indes betragen russische Kapitalanlagen ihm zufolge 35 Prozent aller Investitionen in die armenische Wirtschaft.

    „In der letzten Zeit beobachten wir ein Wachstum des Warenumsatzes auf etwa 25 Prozent. Dabei wachsen mit vorrangigem Tempo die Lieferungen der Landwirtschaftsprodukte aus Armenien auf den russischen Markt. In den vergangenen Monaten betrug dieses Wachstum 38 Prozent“, sagte der russische Staatschef und betonte, dass dies „eine sehr gute Dynamik“ sei.

    Seinerseits versicherte Paschinjan, dass die strategischen Partnerbeziehungen zwischen Jerewan und Moskau unverändert bleiben und dass in Armenien zu dieser Frage ein „Konsensus existiert“.

    „Ich denke, dass bei uns keiner die strategische Wichtigkeit der armenisch-russischen Beziehungen je unter Zweifel gestellt hat und stellen wird. Wir sind gestimmt, diesen Beziehungen einen neuen Impuls zu verleihen, sowohl im politischen Sinne als auch im Handels- und Wirtschaftsbereich“, so der armenische Premier.

    Er äußerte zudem seine Hoffnung auf die Entwicklung der Beziehungen mit Moskau im militärtechnischen Bereich. In diesem Zusammenhang verwies Paschinjan auf die Siegesparade am 9.Mai in Moskau und äußerte seine Begeisterung von den Errungenschaften des russischen militärindustriellen Komplexes.

    Zuletzt drückte der Premier Russland seine Wertschätzung für dessen ausgeglichene Position während der innenpolitischen Krise in Armenien aus.
    „Dies war eine sehr konstruktive Position. Und ich denke, dass das nicht nur seitens unserer Regierung, sondern auch in der armenischen Gesellschaft im Allgemeinen sehr geschätzt wird“, so Paschinjan.

    Der armenische Protestführer Nikol Paschinjan war am 8. Mai zum neuen Regierungschef des Kaukasus-Staates gewählt worden. In seiner Antrittsansprache versicherte der ehemalige Oppositionschef, dass Armenien weiter auf ein strategisches Bündnis mit Russland setze. Zuvor hatte Paschinjan wochenlang Massenproteste in Armenien angeführt, die den Rücktritt von Ministerpräsident Sersch Sargsjan erzwungen hatten.

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    Tags:
    Errungenschaften, Dynamik, Wachstum, Warenumsatz, Treffen, Ex-Protestführer, Regierung Armeniens, Sersch Sargssjan, Nikol Paschinjan, Wladimir Putin, Sotschi, Moskau, Russland, Jerewan, Armenien
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