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    Ermittler ermessen die Strahlungswerte, Kosovo (Archiv)

    Nato-Angriff 1999: Serbien rollt die Ermittlungen wieder auf

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    Politik
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    Das serbische Parlament prüft derzeit die Zusammensetzung einer Kommission, die sich mit Folgen der Nato-Bombardements der Bundesrepublik Jugoslawien im Jahr 1999 befassen wird. Das teilte Parlamentssprecherin Maja Gojkovic am Montag in Belgrad mit.

    Zuvor hatte Präsident Aleksandar Vučić bei der Eröffnung einer neuen onkologischen Abteilung im Radiologischen Institut in Belgrad erklärt, dass der Einsatz von Munition mit abgereichertem Uran durch die Nato-Militärs die Hauptursache für die gestiegene Zahl der Krebskranken im Land ist. „Bösartige Tumore werden jetzt auch bei serbischen Kindern diagnostiziert, deren Eltern in den 1990er Jahren geboren wurden. Der Einsatz von abgereichertem Uran ist ein Verbrechen ohne gleichen“, betonte Vučić.

    Gojkovic zufolge ist auch ein Bericht des italienischen Parlaments wichtig. Demnach waren italienische Militärs, die ihren Dienst im Nato-Kontingent im Kosovo und Metochien abgeleistet hatten, nach den Bombardements mit Gesundheitsproblemen konfrontiert. In Rom spricht man von 300 Krebstoten und rund 4.000 Krebskranken.

    „Wir sind gegenüber den Bürgern Serbiens verpflichtet, ihnen nach einer detaillierten Analyse die Wahrheit über dieses Verbrechen zu sagen. Denn es geht um die Tötung von Menschen mit abgereichertem Uran nicht nur direkt physisch, sondern auch (genetisch) über Generationen hinaus.“

    Die Sprecherin sagte ferner, dass die Kommission bis Ende dieser Woche gebildet werden soll. Als Kandidat für das Amt ihres Leiters sei der Abgeordnete und Arzt Darko Laketic vorgeschlagen worden. Auf der Basis des von der Kommission gesammelten Materials soll Serbien eine Klage gegen 19 Nato-Mitgliedsländer vorbereiten, die an der Aggression teilgenommen hatten.

    Der bewaffnete Widerstand der albanischen Separatisten aus der Befreiungsarmee des Kosovo (UCK) gegen die Armee und Polizei Serbiens hatte 1999 Bombardements der Bundesrepublik Jugoslawiens (Serbien und Montenegro) durch die Luftwaffe der Allianz zur Folge. Die Angriffe dauerten vom 24. März bis 10. Juni.

    >>Mehr zum Thema: 1970er Jahre: Jugoslawien verzichtet auf Bau der Atombombe – blutiger Krieg folgt

    Die genaue Zahl der Opfer ist nicht bekannt. Nach Schätzung der serbischen Behörden starben bei den Luftangriffen 2.500 Menschen, darunter 89 Kinder. 12.500 Einwohner wurden verletzt. Der Sachschaden wird auf 30 Milliarden bis 100 Milliarden US-Dollar geschätzt.

    Die Militäroperation wurde ohne Billigung des UN-Sicherheitsrates beschlossen. Die Allianz begründete die Angriffe damit, dass die Behörden der Bundesrepublik Jugoslawien ethnische Säuberungen in der Kosovo-Autonomie durchgeführt und eine humanitäre Katastrophe in der Region ausgelöst haben sollen.

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    Tags:
    Uranmunition, Angriff, Einsatz, NATO, Aleksandar Vučić, Jugoslawien, USA, Serbien
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