03:08 21 November 2018
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    Irans Abgeordneten verbrennen US-Flagge nach dem Trumps Ausstieg aus dem Atomabkommen

    Wird Iran aus Atomvertrag aussteigen? Alles hängt an einem Akteur ab – Experten

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    Natalia Pawlowa
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    Der Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen mit dem Iran wird nicht nur für den Iran, sondern auch für die Europäische Union Folgen haben. Zu diesem Schluss kommen die Teilnehmer eines Rundtischgespräches in der Nachrichtenagentur Rossiya Segodnya.

    Die USA wollen den Druck auf den Iran in allen Bereichen deutlich erhöhen. Dabei sollen die US-Verbündeten in der Region eine Rolle spielen, die ihre eigenen Ziele durch die Anwesenheit von Donald Trump im Weißen Haus erreichen wollen, sagte Anton Chlopkow, Direktor des russischen Zentrums für Energie und Sicherheit. Das Abkommen sei in den letzten 25 Jahren der größte Erfolg in der Nichtweiterverbreitung von Kernwaffen gewesen, jetzt aber seien alle Bemühungen der Unterhändler zunichte gemacht.

    „Ich sehe keine Möglichkeit, diese Vereinbarung wieder aufzunehmen. Meiner Meinung nach werden alle Parteien in den kommenden Monaten entweder in einem begrenzten Format ihre Verpflichtungen erfüllen, oder sie in einzelnen Bereichen aufgeben. Der Ausstieg der USA aus dem Abkommen kann sich zudem auf die innenpolitische Kräftekonstellation im Iran negativ auswirken. In den letzten Jahren wurde dort über die Atomfrage immer wieder diskutiert, und Trumps Rückzug wird nur die konservativen Kräfte im Iran unterstützen, die der Meinung sind, dass das Abkommen den Interessen der Islamischen Republik nicht entspricht.“

    >>Mehr zum Thema: Trump lässt Ölimporte aus dem Iran radikal kürzen

    Ob sich der Iran unter dem Einfluss der radikalen Kräfte des Landes aus dem Abkommen zurückziehen werde, hänge nun von der Europäischen Union ab, glaubt Alexander Kusnezow, stellvertretender Direktor des russischen Zentrums für Prognose und Beilegung von Konflikten. Die Wirtschaftsbeziehungen zu den USA seien für den Iran unbedeutend. Selbst wenn sie vollständig abgebrochen würden, würde das dem Iran keinen Schaden zufügen. Europa sei jedoch eine ganz andere Sache, ist sich der Experte sicher.

    „Verbindungen zu Europa sind für den Iran äußerst wichtig. Der Export von iranischem Öl hat im vergangenen Jahr deutlich zugenommen – von 1,5 Millionen auf 2,6 Millionen Barrel. Mit großen europäischen Unternehmen wie Airbus, Total, Reno, Peugeot Citroen wurde eine Reihe von Verträgen unterzeichnet. Die Royal Dutch Shell zeigte Interesse am iranischen Ölsektor. Die Verträge werden insgesamt auf 20 Milliarden US-Dollar geschätzt. Trump gab großen Unternehmen 180 Tage Zeit, sich von den Vereinbarungen zurückzuziehen, ansonsten fallen sie unter US-Sanktionen. Dies wird für den Iran sehr schmerzhaft sein. Die Iraner haben keine Garantie, dass die Europäer dem Druck der USA standhalten werden.“

    Die EU hatte zuvor mitgeteilt, aus dem Atomabkommen mit dem Iran nicht aussteigen zu wollen. Wird Brüssel jedoch seine Position behaupten und gleichzeitig seine wirtschaftlichen Interessen schützen? Auf diese Frage konnten die Experten keine Antwort geben.

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    Tags:
    Sanktionen, Kernwaffen, Ausstieg, Abkommen, Iran, USA