11:53 25 September 2018
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    Soldaten des ukrainischen Geheimdienstes SBU

    Kiew: Ukrainische Sicherheitskräfte stürmen Büro von RIA Novosti Ukraine

    © AP Photo / Efrem Lukatsky
    Politik
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    RIA Novosti Ukraine in Kiews Visier: Durchsuchungen und Festnahmen von Journalisten (14)
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    Mitarbeiter des ukrainischen Inlandsgeheimdienstes SBU haben das Büro der Nachrichtenagentur RIA Novosti Ukraine in Kiew gestürmt. Eine Journalistin, die sich dort befinden soll, meldet sich nicht mehr.

    Am Dienstagmorgen klingelten an der Tür des Büros Leute in Uniform mit der Aufschrift SBU. Laut Augenzeugen sollen die Uniformierten mit einem Hebel das Gebäude betreten haben, in dem sich das Büro der Nachrichtenagentur RIA Novosti Ukraine befindet.

    Aus dem SBU hieß es, dass nun die Ermittlungshandlugen in Bezug auf „Medienstrukturen, die von Russland kontrolliert werden“, vorgenommen würden. Laut der SBU-Pressesprecherin Elena Gitljanskaja haben „die Sicherheitskräfte festgestellt, dass sie vom Aggressor-Land im Rahmen eines Informationskrieges gegen die Ukraine genutzt worden sind“. Weitere Details sollen demnach später publik gemacht werden.

    Zuvor war berichtet worden, dass am frühen Dienstagmorgen der Mitarbeiter der Nachrichtenagentur RIA Novosti Ukraine, Kirill Wyschinski, festgenommen worden sei. Mit dem festgenommenen Journalisten werden laut seinem Anwalt Ermittlungshandlungen vorgenommen.

    Der Generaldirektor des Medienunternehmens Rossiya Segodnya, Dmitri Kisseljow, kommentierte die jüngste Festnahme so: „Die ukrainischen Behörden sollen den festgenommenen Journalisten von RIA Novosti Ukraine, Kirill Wyschinski, unverzüglich freilassen und mit der Jagd auf Medien aufhören. Das ist bereits nicht der erste Fall, wo das Kiewer Regime die Grundrechte und Freiheitsrechte unterdrückt, Journalisten verfolgt. In dieser Reihe stehen auch der Mord an unserem Kollegen Oles Busyna und die Verfolgung von Wassili Murawitski. Wir werden uns an internationale Strukturen, darunter auch die journalistischen und die OSZE, wenden, um zur Einstellung von Verfolgungen der Journalisten in der Ukraine beizutragen.“

    Zuvor hatte der ukrainische Geheimdienst SBU dem Journalisten Sachar Winogradow die Einreise in die Ukraine für fünf Jahre verboten. Das ist nicht der erste Falle einer Sperre für russische Journalisten. 2015 stellte Kiew für 115 russische Medien die Akkreditierung bei ukrainischen Behörden ab und führte persönliche Sanktionen gegen den Generaldirektor von „Rossija Segodnja“, Dmitri Kiseljow, sowie gegen die Chefredakteurin von Sputnik und RT, Margarita Simonjan, ein.

    Dem Pressefotografen Alexej Kudenko und dem Korrespondenten Andrej Malyschkin – beide von der Agentur RIA Novosti – wurde 2014 die Einreise verwehrt. Am 6. Mai 2017 war der Pressefotograf von der Agentur „Rossija Segodnja“, Ramil Sitdikow, zum ESC-Finale in der ukrainischen Hauptstadt nicht zugelassen.

    Die Ukraine verbot die Ausstrahlung der wichtigsten russischen Sender. Das russische Außenministerium bezeichnete die Handlungen Kiews als Verletzung der Medienfreiheit und rief die OSZE, die EU und die USA auf, auf die Verbote scharf zu reagieren. Laut dem Ministerium seien die doppelten Standards, die der Westen in dieser Situation verwendet, unzulässig.

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    Themen:
    RIA Novosti Ukraine in Kiews Visier: Durchsuchungen und Festnahmen von Journalisten (14)
    Tags:
    Festnahme, RIA Novosti Ukraina, Inlandsgeheimdienst der Ukraine (SBU), Russland, Ukraine