07:20 19 Dezember 2018
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    Russlands Botschaft in Berlin (Archiv)

    Botschaft: Seppelt in Russland weiter unerwünscht – Einreise ausnahmsweise erlaubt

    © AP Photo / Markus Schreiber
    Politik
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    Die russische Botschaft in Berlin hat am Dienstag bestätigt, dass ARD-Dopingexperte Hajo Seppelt nach Russland einreisen darf. Es handle sich jedoch um eine Ausnahme: Der Deutsche gelte in Russland weiterhin als unerwünschte Person, hieß es.

    Herrn Seppelt sei bereits am 7. Mai ein Einreisevisum ausgestellt worden – für die Berichterstattung zur Fußball-Weltmeisterschaft, teilte ein Pressesprecher der Botschaft mit.

    Er verwies darauf, dass Seppelt auf Beschluss eines russischen Gerichts „auf die Liste unerwünschter Personen“ gesetzt worden sei. Deshalb sei dem ARD-Mann diesmal die Reise nur ausnahmsweise erlaubt worden, und zwar aus Anlass der Fußball-Weltmeisterschaft und der Akkreditierung durch den Weltfußballverband Fifa.

    Der Gerichtsbeschluss gegen Seppelt sei weiter in Kraft und es sei das souveräne Recht Russlands, unerwünschten Personen die Einreise zu verweigern, betonte der Sprecher und verwies auf Ausweisungen russischer Journalisten aus dem EU-Land Lettland und auch aus der Ukraine.

    Der Botschaftsvertreter versicherte, dass Seppelt, der sich bis zum 25. Juli 2018 in Russland aufhalten dürfe, „keine Hindernisse für die Ausübung der journalistischen Tätigkeit“ in den Weg gelegt würden.

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    Mit seinen Dokumentationen über Doping im russischen Sport hatte Seppelt zur Einleitung der Ermittlungen der Welt-Antidoping-Agentur zu dem angeblichen staatlichen Dopingsystem in Russland beigetragen. Dabei stützte sich die WADA auf die Aussagen ihres russischen Informanten Grigori Rodtschenkow, der später seine Vorwürfe gegen russische Athleten teilweise zurücknahm.

    Am Freitag hatte die ARD bekannt gemacht, Russland habe das Visum für ungültig erklärt, das der "Doping-Enthüller" für die Fußball-WM 2018 beantragt habe. Seine Kollegen vom Deutschen Journalisten-Verband stuften diese Entscheidung als Einschnitt in die Pressefreiheit ein. Auch der parlamentarische Staatssekretär im Bundesinnenministerium Stephan Mayer kritisierte das Einreiseverbot scharf.

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    Tags:
    Akkreditierung, Botschaft, Visum, Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland, ARD, WADA, EU, Hajo Seppelt, Deutschland, Russland