03:44 21 Juli 2018
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    Polizei-Absperrung nach der Hospitalisierung von Sergej Skripal in der britischen Stadt Salisbury

    Zwischenfall in Salisbury als Attentat auf Leben unserer Bürger – Russlands Außenamt

    © AP Photo / Frank Augstein
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    Moskau hält laut der amtlichen Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, den Zwischenfall in Salisbury für ein Attentat auf das Leben russischer Bürger. London ist ihr zufolge nicht daran interessiert, die Täter festzustellen.

    „Man kann sagen, dass eigentlich einfach zu verstehen gegeben wurde, dass die Briten weiterhin irgendwelche Vermutungen handhaben, auf deren Grundlage sie fortfahren, unbegründete Vorwürfe gegenüber Russland zu erheben. Ich wiederhole nochmals, dass dies unsere Meinung in Bezug auf das Desinteresse der britischen Behörden an der Klärung der wahren Motive und an der Ermittlung der Täter dieses Verbrechens in Salisbury bestätigt“, sagte Sacharowa.

    „Da der russischen Seite bisher keine überzeugenden Beweise vom Gegenteil zur Verfügung gestellt wurden, meinen wir, dass wir es mit einem Attentat auf das Leben unserer Mitbürger im Ergebnis einer großen politischen Provokation zu tun haben …“, so die amtliche Sprecherin weiter.

    Darüber hinaus sagte sie, dass sich Großbritannien bislang weigert, den konsularischen Zugang zu russischen Bürgern zu gewährleisten.

    „Dabei erzählt man uns von angeblicher Unlust Julia Skripals, mit der russischen Botschaft in Großbritannien zu kommunizieren … In Bezug auf Sergej Skripal wurde der konsularische Zugang wegen des Vorhandenseins der britischen Staatsangehörigkeit abgelehnt“, erläuterte sie.

    Sacharowa verwies darauf, dass es laut den britischen Behörden notwendig sei, eine Zustimmung der russischen Bürger für die Kommunikation mit den Mitarbeitern des Konsulats zu haben. Man sei aber mit solcher Formulierung nicht einverstanden. Sie verwies darauf, dass die Frage der Kommunikation der Bürger mit einem Konsul gemäß der Konsularkonvention zwischen der Sowjetunion und Großbritannien von 1965 geregelt wird. 

    Der Giftanschlag auf den russischen Doppelagenten Sergej Skripal und dessen Tochter Julia Anfang März im britischen Salisbury hatte eine schwere internationale Krise ausgelöst. Die britische Premierministerin Theresa May machte Moskau für das Attentat verantwortlich und ließ russische Diplomaten ausweisen. Aus „Solidarität“ mit London verwiesen auch Deutschland, die USA und deren Bündnispartner insgesamt mehrere Dutzend russische Diplomaten des Landes. Moskau weist diese Vorwürfe ausdrücklich zurück.

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    Tags:
    Bürger, Beweise, Sergej Skripal, Maria Sacharowa, Großbritannien, Russland