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    Angeblicher Giftgasangriff in Syrien (Archiv)

    „Giftgasangriff“ in Syrien: Moskau besteht auf entpolitisierten Ermittlungen

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    Russland beharrt laut der Außenministeriumssprecherin Maria Sacharowa auf einer Entpolitisierung der Ermittlungen zum angeblichen Giftgasangriff im syrischen Duma von Anfang April.

    Wie Maria Sacharowa am Mittwoch bei einem Pressegespräch in Kertsch auf der Krim sagte, rechnet Moskau damit, dass die Kommission der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) nach Abschluss der Untersuchungen „ausführliche und gut geprüfte Schlussfolgerungen“ vorlegen werde.

    Diese Ergebnisse sollen laut der Sprecherin helfen zu klären, was tatsächlich am 7. April in der syrischen Stadt Duma passiert war. Unter anderem sollen sie bestätigen, dass sämtliche erdachten und beweislosen Vorwürfe gegen Damaskus, die als Vorwand für den rechtswidrigen Raketengriff der USA, Großbritanniens und Frankreichs auf syrische Einrichtungen gedient hätten, unbegründet seien.

    „Wir wollen auch weiterhin auf entpolitisierten und unvoreingenommenen Ermittlungen ausnahmslos aller sogenannten Fälle des C-Waffen-Terrorismus in Syrien beharren, und zwar in strikter Übereinstimmung mit den hohen Standards des Chemiewaffen-Übereinkommens“, sagte Sacharowa abschließend.

    Oppositionelle syrische Internetportale hatten Anfang April über einen Chlorgas-Einsatz mit Dutzenden Toten in der damals noch von Rebellen kontrollierten Ortschaft Duma östlich von Damaskus berichtet, aber keine Beweise vorgelegt.

    Ihre Informationen wurden schnell von westlichen Medien und Spitzenpolitikern aufgegriffen, die die Regierung des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad für die angebliche Attacke verantwortlich machten. Damaskus wies diese Anschuldigungen entschieden zurück.

    In der Nacht zum 14. April hatte US-Präsident Donald Trump einen Angriff auf Syrien als Vergeltung für die vermeintliche Giftgasattacke in der Stadt Duma angeordnet. Wenige Zeit später feuerten die USA, Großbritannien und Frankreich 103 Marschflugkörper sowie Luft-Boden-Raketen gegen Objekte in Syrien ab. Laut dem russischen Generalstab hat die syrische Luftabwehr 71 Marschflugkörper abgefangen.

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    Tags:
    Ermittlungen, Giftgasangriff, die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW), Donald Trump, Maria Sacharowa, USA, Syrien, Russland