08:27 26 September 2018
SNA Radio
    Büro der RIA Novosti Ukraine in Kiew

    Causa RIA Novosti: Internationaler Journalisten-Verband weist Kiew in die Schranken

    © Sputnik / Stringer
    Politik
    Zum Kurzlink
    RIA Novosti Ukraine in Kiews Visier: Durchsuchungen und Festnahmen von Journalisten (14)
    5892

    Die Internationale Journalisten-Föderation (IFJ) fordert von den ukrainischen Behörden, den am Dienstag festgenommenen Redaktionschef von RIA Novosti Ukraine, Kirill Wyschinski, unverzüglich freizulassen. Der Generalsekretär der IFJ, Anthony Bellanger, bezeichnete in einem Sputnik-Gespräch das Vorgehen Kiews als unzulässig.

    „Die Internationale Journalisten-Föderation unterstützt Russlands Journalistenverband, der ihr Mitglied ist. Als Generalsekretär der IFJ habe ich die ukrainischen Behörden gestern aufgefordert, unverzüglich unseren russischen Kollegen freizulassen. Die Pressefreiheit ist unter anderem durch Artikel 34 der ukrainischen Verfassung und den Artikel der zehnten Europäischen Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten garantiert. In einem demokratischen Land ist es unzulässig, Journalisten zu inhaftieren, die ihre professionelle Pflicht, die Gesellschaft zu informieren, erfüllen“, so Bellanger.

    Am Dienstagmorgen hatte der ukrainische Inlandsgeheimdienst SBU das Büro von RIA Novosti Ukraine in Kiew gestürmt und acht Stunden lang durchsucht.

    Kurz davor war Kirill Wyschinski, der Chefredakteur der Nachrichtenagentur, vor seiner Wohnung verhaftet worden. Ihm wird Landesverrat zur Last gelegt, wobei als Beweis dafür, entgegen allen rechtlichen Normen, seine Arbeit als Journalist dienen soll. Bei einer Verurteilung drohen Wyschinski nun bis zu 15 Jahre Haft.

    Darüber hinaus hat der SBU auch die Wohnung der Korrespondentin Ljudmila Lyssenko und des Geschäftsführers von RIA Novosti Ukraine, Andrej Borodin, durchsucht. Beide sind zum Verhör vorgeladen worden.

    Der Generaldirektor von Rossiya Segodnya, Dmitri Kisseljow, forderte die Freilassung des festgenommenen Kirill Wyschinski und ein Ende der Verfolgung von Medien. Die Chefredakteurin von Sputnik und RT, Margarita Simonjan, bezeichnete das Vorgehen der ukrainischen Regierung als eine „Rache“ für die Eröffnung der 19 Kilometer langen Brücke zwischen der Schwarzmeer-Halbinsel Krim und dem übrigen Russland. Die Regierung in Kiew beansprucht die Krim für sich und erkennt deren Wiedervereinigung mit Russland nach dem Referendum vom März 2014 nicht an.

    Die Sprecherin des Außenministeriums in Moskau, Maria Sacharowa, empörte sich über die grobe Verletzung der Rechte von Journalisten in der Ukraine und forderte ein Ende der Willkür. Außenminister Sergej Lawrow bezeichnete seinerseits die Handlungen Kiews als inakzeptabel.

    Indes richtete die russische Botschaft in der Ukraine eine Protestnote an das Außenministerium in Kiew mit der Forderung, die Gewalt an Medienvertretern einzustellen. Der Kreml erwartet laut seinem Sprecher Dmitri Peskow eine harte Reaktion seitens der internationalen Organisation.

    Harlem Desir, Beauftragter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) für die Freiheit der Medien, will die Entwicklung der Ereignisse in der Ukraine diesbezüglich aufmerksam verfolgen. Er betonte, dass sich alle Mitgliedsländer der OSZE gemäß der Schlussakte von Helsinki verpflichtet hätten, jene Bedingungen zu fördern, die es den Journalisten aus einem Mitgliedsland ermöglichen, ihre professionelle Tätigkeit in einem anderen Land durchzuführen.

    Am 23. April war nach Angaben des russischen Außenministeriums die Leiterin der regionalen Abteilung der Wohltätigkeitsbewegung „Freiwilligen des Sieges“ auf der Krim, Jelena Odnowol, von Vertretern der Sicherheitsdienste der Ukraine festgenommen worden.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Themen:
    RIA Novosti Ukraine in Kiews Visier: Durchsuchungen und Festnahmen von Journalisten (14)

    Zum Thema:

    Ukraine: Eine Billion Dollar steht ins Haus – oder wie Poroschenko sich bereichert
    Ukraine: Zeitungschef wegen „Landesverrat" festgenommen
    Ukraine präsentiert uralte sowjetische Panzerabwehrkanonen als modernes Produkt
    Autoverkehr über Krim-Brücke eröffnet – So reagieren USA und Ukraine
    Tags:
    freilassen, Durchsuchungen, Protestnote, Verfolgung, Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), International Federation of Journalists (IFJ), RIA Novosti Ukraina, Ukrainischer Sicherheitsdienst SBU, Mediengruppe Rossiya Segodnya, Sputnik, Larissa Lyssenko, Andrej Borodin, Harlem Desir, Anthony Bellanger, Margarita Simonjan, Dmitri Peskow, Kiew, Russland, Ukraine