07:39 15 Dezember 2018
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    Ermittler am Ort des Attentats in Salisbury, März 2018

    Putin über sofortigen Tod durch Chemiewaffen: „Skripal wäre tot“

    © AFP 2018 / Ben Stansall
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    Nach dem Treffen mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel in Sotschi hat der russische Präsident Wladimir Putin den Skripal-Fall angesprochen: Der Doppelagent, der heute, zwei Monate nach einer mutmaßlichen Giftgas-Attacke in Salisbury, aus der Klinik entlassen wurde, wäre sofort verstorben, wenn er mit Chemiewaffen in Kontakt gekommen wäre.

    "Ich denke, wenn, wie es die britischen Kollegen sagen, irgendein militärischer Kampfstoff verwendet worden wäre, wäre diese Person auf der Stelle tot. Der militärische Kampfstoff ist so stark, dass die (betroffene) Person sofort oder innerhalb weniger Sekunden stirbt, vielleicht weniger Minuten", sagte Putin auf einer Pressekonferenz im Anschluss an ein Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel.

    Gleichzeitig betonte der russische Staatschef, er sei froh, dass Sergej Skripal gesund sei und das Krankenhaus verlassen konnte.

    "Was Herrn Skripal angeht, ja, ich habe heute auch aus den Medien erfahren, dass er das Krankenhaus verlassen hat. Gott schenke ihm Gesundheit, wir sind wirklich froh für ihn", sagte Putin.

    Der 66-jährige Ex-Doppelagent Sergej Skripal und seine Tochter Julia waren am 4. März dieses Jahres im britischen Salisbury bewusstlos aufgefunden und mit Vergiftungserscheinungen ins Krankenhaus gebracht worden.

    Von wem und unter welchen Umständen sie wirklich vergiftet wurden, ist unklar.

    Die britische Regierung behauptet, dass die Skripals mit dem Stoff A-234 vergiftet worden seien, der in Großbritannien unter dem russischen Namen „Nowitschok“ bekannt ist.

    Aus diesem Grund machte Premierministerin May den russischen Staat für den Giftanschlag verantwortlich.

    Russland wies diesen Vorwurf von sich und forderte eine unabhängige Aufklärung. Dennoch ordnete May die Ausweisung von 23 russischen Diplomaten an. Aus „Solidarität“ mit London wiesen auch die USA, Deutschland und viele weitere EU-Staaten Dutzenden russischen Diplomaten die Tür. Russland konterte mit ähnlichen Maßnahmen.

    Anfang Mai teilte jedoch der tschechische Präsident Miloš Zeman mit, dass sein Land das „Nowitschok“-Nervengift hergestellt und getestet habe. Auch der BND hatte laut einer Recherche mehrerer deutscher Nachrichtenblätter den Giftstoff bereits in den 1990-er Jahren erhalten.

    Ende März ließ das mit der Untersuchung beauftragte britische Militärlabor Porton Down wissen, eine russische Herkunft des Nervengifts sei nicht nachweisbar.

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    Tags:
    Vergiftung, A-234 "Nowitschok", Sergej Skripal, Wladimir Putin, Angela Merkel, Großbritannien, Russland, Deutschland