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    Journalist Kirill Wyschinski

    In Ukraine inhaftierter Journalist Wyschinski braucht ständige medizinische Aufsicht

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    Der in Kiew festgenommene Chefredakteur der Nachrichtenagentur RIA Novosti Ukraina, Kirill Wyschinski, darf seine Verwandten weder sehen noch mit ihnen telefonieren. Außerdem ist er auf eine ständige medizinische Aufsicht angewiesen, teilte seine Ehefrau Irina Wyschinskaja am Freitag mit.

    Wyschinski soll von Ärzten untersucht und mit den benötigten Medikamenten versorgt worden sein.

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    „Er muss ständig beaufsichtigt werden“, sagte Wyschinskaja bei der Videokonferenz mit Moskau „Neuer Willkürakt in der Ukraine: Machthaber gegen Journalisten“.

    Ihr zufolge wurde Wyschinski das Handy abgenommen. „Ich habe gestern mit dem Anwalt meines Mannes gesprochen. Betrüblicherweise habe ich derzeit weder die Möglichkeit, mit Kirill zu sprechen und schon gar nicht, ihn zu sehen“, so die Frau.

    Die Behörden erklären nicht, warum es Wyschinski untersagt wurde, mit seinen Nächsten in Kontakt zu treten.

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    Wyschinskaja hofft, ihren Mann Ende Mai oder Anfang Juni zu treffen. Genau könne sie dies jedoch noch nicht sagen.

    Über Kirill Wyschinski war nach dem Urteil des Gerichts im südukrainischen Cherson eine zweimonatige Untersuchungshaft verhängt worden. Dem Journalisten, der in der Ukraine des Hochverrats sowie der Unterstützung der selbsternannten Volksrepubliken im Donbass beschuldigt wird, droht eine 15-jährige Gefängnisstrafe. Entgegen allen rechtlichen Normen soll seine berufliche Tätigkeit als Beweis für die Anschuldigungen dienen.

    Am 15. Mai hatten Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes der Ukraine (SBU) das Büro in Kiew, in dem die Korrespondenten der Nachrichtenagentur RIA Novosti Ukraina arbeiten, gestürmt und acht Stunden lang durchsucht. Am Dienstag war auch Wyschinski festgenommen worden.

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    Darüber hinaus hatte der SBU auch die Wohnung der Korrespondentin Ljudmila Lyssenko und des Geschäftsführers von RIA Novosti Ukraina, Andrej Borodin, durchsucht. Beide waren zum Verhör in den SBU vorgeladen worden.

    Der Generaldirektor von Rossiya Segodnya, Dmitri Kisseljow, hatte die sofortige Freilassung des festgenommenen Kirill Wyschinski gefordert. Die Chefredakteurin von Sputnik und RT, Margarita Simonjan, hatte das Vorgehen der ukrainischen Regierung als „Rache“ für die Eröffnung der 19 Kilometer langen Brücke zwischen der Schwarzmeer-Halbinsel Krim und dem übrigen Russland bezeichnet. Sie hatte dabei darauf hingewiesen, das Portal RIA Novosti Ukraina stehe in keinem juristischen Zusammenhang mit der russischen Nachrichtenagentur Rossiya Segodnya, sei aber ein Informationspartner der Nachrichtenagentur.

    Die Sprecherin des Außenministeriums Russlands, Maria Sacharowa, hatte sich über die grobe Verletzung der Rechte von Journalisten in der Ukraine empört und ein Ende der Willkür gefordert. Der russische Außenminister Sergej Lawrow hatte seinerseits die Handlungen Kiews als inakzeptabel bezeichnet.

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    Harlem Desir, Beauftragter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) für die Freiheit der Medien, will die Entwicklung der Ereignisse in der Ukraine diesbezüglich aufmerksam verfolgen. Er hatte betont, dass sich alle Mitgliedsländer der OSZE gemäß der Schlussakte von Helsinki verpflichtet hätten, die Bedingungen zu fördern, die es den Journalisten aus einem Mitgliedsland ermöglichen, ihre professionelle Tätigkeit in einem anderen Land auszuüben. In seiner Erklärung hatte Desir bemerkt, er beobachte weiterhin genau die Entwicklung der Durchsuchungen durch den SBU in den Büros russischer Medien.   

    Am Freitag findet vor der ukrainischen Botschaft in Moskau eine vereinbarte Aktion zur Unterstützung der Journalisten von RIA Novosti und RIA Novosti Ukraina statt, die seitens der ukrainischen Strafverfolgungsbehörden gesetzwidrig verhaftet, festgenommen und durchsucht worden waren.

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