10:41 23 September 2018
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    „Dschungelgesetz“: Politologe über Zerstörung des internationalen Rechts durch USA

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    Politik
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    Der Direktor des Ho-Chi-Minh-Instituts, Professor an der Staatlichen Universität Sankt Petersburg und Politologe Wladimir Kolotow, hat in einer Sendung von Radio Sputnik die widersprüchlichen US-Aussagen zu den Beziehungen mit Nordkorea kommentiert.

    „Die Ereignisse der letzten Jahre zeugen davon, dass man den USA überhaupt nicht glauben darf, vor allem im Bereich Verteidigung und Sicherheit“, so der Experte.

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    Als Beispiel führte er die US-Bombardierung von Jugoslawien an, zu der die Amerikaner „überhaupt kein Recht“ hatten, sowie die Irak-Invasion und den Sturz von Libyens ehemaligem Herrscher Muammar al-Gaddafi.

    Derzeit versuchen die USA, den syrischen Präsidenten zu stürzen, so der Politologe. „Unter einem erfundenen Vorwand“ sei Washington einseitig aus dem Atomabkommen mit dem Iran ausgestiegen. Es sei deshalb nicht begreifbar, „worüber man mit diesem Partner sprechen“ könne.

    „Die USA haben das System des internationalen Rechtes völlig zerstört. Jetzt herrscht auf der internationalen Ebene das ‚Dschungelgesetz‘, was zum Wetteifern mit allen sich daraus ergebenden Folgen führt. Welche Statements sie auch abgeben, sie können darauf in jedem Moment verzichten. Und das ist die Hauptregel der heutigen Lage. Davon muss man ausgehen“, sagte Kolotow.

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    Zuvor hatte der US-Präsident Donald Trump eine „libysche Lösung“ für Nordkorea als möglich bezeichnet, falls Washington und Pjöngjang kein Übereinkommen treffen sollten. Das US-Außenministerium weigerte sich jedoch, die Worte des Staatschefs zu kommentieren.

    „Unser Modell ist Denuklearisierung, dem bleiben wir wie zuvor treu“, teilte die amtliche Sprecherin des US-Außenministeriums, Heather Nauert, mit.

    Am 27. April hatte das erste Gipfeltreffen Süd- und Nordkoreas seit zehn Jahren stattgefunden. Kim Jong-un ist der erste nordkoreanische Staatschef, der die Demarkationslinie zwischen beiden Staaten überschritten und südkoreanischen Boden betreten hat.

    Das auf Ministerebene für den 16. Mai anberaumte Treffen mit Südkorea sagte Nordkorea jedoch ab. Pjöngjang begründete diesen Schritt mit der Durchführung der gemeinsamen amerikanisch-südkoreanischen Militärübungen, die in Südkorea seit dem 15. April im Gange sind. Aus demselben Grund drohte Nordkorea, das für den 12. Juni geplante Gipfeltreffen mit den USA zu kippen.

    Innerkoreanischer Dialog
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