00:40 10 Dezember 2018
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    Wladimir Putin und Shinzo Abe (Archivbild)

    „Ich und Putin sind uns darin einig“ – Japans Premier Abe

    © REUTERS / Tomohiro Ohsumi/Pool
    Politik
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    Vor dem Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin hat der japanische Premierminister Shinzo Abe in einem Interview mit dem Fernsehsender Rossija 1 die Situation um den noch immer nicht abgeschlossenen Friedensvertrag zwischen den beiden Ländern kommentiert.

    „Ich hoffe, einen Fortschritt bei der Lösung der wichtigsten Aufgabe zu erzielen: beim Abschluss des Friedensvertrags“, so der Politiker.

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    Tokio vertrete „ständig“ die Position, dass die Frage der Zugehörigkeit der südlichsten Inseln des Kurilen-Archipels – Iturup, Kunaschir, Schikotan und die Inselgruppe Chabomai – gelöst werden müsse, damit der Vertrag unterzeichnet werden könne.

    „Mehr als 70 Jahre sind bereits vergangen, der Friedensvertrag aber ist noch immer nicht geschlossen. Diese Situation ist völlig unnormal. Sowohl ich als auch Präsident Putin stimmen miteinander in dieser Ansicht vollkommen überein“, sagte Abe.

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    Früheren Berichten zufolge besucht Shinzo Abe Russland vom 24. bis 27. Mai. Sein Treffen mit Wladimir Putin ist für den 26. Mai geplant.

    Die Beziehungen zwischen Russland und Japan sind mangels eines Friedenvertrages schon seit langem getrübt. Konkret geht es um den Territorialstreit um die Kurilen-Inseln. Nach der Kapitulation des japanischen Kaiserreichs im Zweiten Weltkrieg war der gesamte Inselbogen an die Sowjetunion gefallen, was völkerrechtlich festgehalten worden war. Japan hatte die südlichen Kurilen-Inseln Iturup, Kunaschir, Schikotan und die Inselgruppe Habomai für unrechtmäßig besetzt erklärt und deren Rückgabe gefordert.

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    Aus diesem Grund gibt es zwischen Russland und Japan seit dem Zweiten Weltkrieg bis heute keinen Friedensvertrag. Stattdessen hatten beide Staaten 1956 eine gemeinsame Deklaration verabschiedet, mit der der Kriegszustand für beendet erklärt wurde.

    Darin hatte sich die damalige Sowjetunion als Geste des guten Willens bereit erklärt, im Falle eines Friedensvertrages die Inseln Schikotan sowie die Habomai-Gruppe an Japan zu übertragen. Doch Japan fordert alle vier Inseln zurück und beruft sich dabei auf einen bilateralen Handels- und Grenzvertrag von 1855, in dem diese Inseln als japanisch anerkannt worden waren.

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    Inselstreit, Inseln, Insel, Territorium, Territorien, Territorialstreit, Friedensvertrag, Zweiter Weltkrieg, Shinzō Abe, Shinzo Abe, Wladimir Putin, Kurilen, Japan, Russland