10:57 23 September 2018
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    Bau der Gaspipeline Nord Stream im Gebiet Leningrad (Archivbild)

    „Kaputte Schallplatte“: Experte zu Poroschenkos Bangemachen über Nord Stream 2

    © Sputnik / Igor Samoylow
    Politik
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    Das Mitglied des russischen Präsidialrates für zwischenethnische Beziehungen Bogdan Bespalko hat gegenüber dem Sender RT die Vorwürfe des ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko gegen die Gaspipeline Nord Stream 2 kommentiert.

    „Poroschenko klingt wie eine kaputte Schallplatte und diese Schallplatte ist nicht sehr klug. Europa verbraucht immer mehr Energieressourcen und Gas. Darum ist es ziemlich merkwürdig zu hören, dass Russland durch Deckung dieser Bedürfnisse Europa ‚zerstören‘ will. In der Tat kann Europa, weil es zu einem gute Preis ein Qualitätsprodukt erhält und über Technologien verfügt, eine der führenden  Wirtschaftsmächte in der Welt bleiben“, äußerte Bespalko.

    Der Experte merkte an, der ukrainische Präsident versuche mit allen Mitteln der Annäherung zwischen Russland und der EU entgegenzuwirken, unter anderem mit solchen Erklärungen.

    „Poroschenkos Worte zeigen nur seine Aufregung darüber, dass der Bau von Nord Stream 2 die Zusammenarbeit zwischen Russland und der EU stärkt und wahrscheinlich den Transit durch die Ukraine mindern wird … Was dem Haushalt des Landes einen großen Schaden zufügen wird. Außerdem geht das ukrainische Erdgastransportsystem kaputt –  seit langem funktionieren einige Strecken nicht. Das alles zusammen macht Poroschenko hysterisch“, schloss der Experte. 

    Mehr zum Thema: Darum kann Ukraine Nord Stream 2 nicht stoppen – Ex-Minister >>>

    Zuvor hatte Poroschenko in einem Gastbeitrag für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“  Nord Stream 2 als „ein rein geopolitisches Projekt des Kremls“ bezeichnet, das nur darauf abziele, „die Einheit Europas zu unterminieren und sie am Ende zu zerstören“.

    Nord Stream 2 ist das Projekt einer Gaspipeline, die aus Russland über den Meeresgrund der Ostsee direkt nach Deutschland führt. Das Projekt wird von der Nord Stream 2 AG umgesetzt. Der russische Gasgigant Gazprom verfügt über 51 Prozent ihrer Aktienanteile. Bis Ende 2019 ist die Inbetriebnahme der Pipeline geplant, deren Kapazität 55 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr erreichen soll.

    Im April hatten die deutsche Bundesregierung und die finnische Regierung den Bau von Nord Stream 2 vollends genehmigt. Gegen das Pipeline-Projekt machen mehrere Länder Front. Dazu gehören die Ukraine, die um ihre Einnahmen aus dem Transit von russischem Gas bangt, und die USA, die ambitionierte Pläne zum Export von Flüssiggas nach Europa hegen.

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    Tags:
    Projekt, Gas, Erklärung, Kritik, Nord Stream 2, Bogdan Bespalko, Petro Poroschenko, EU, Europa, Ukraine, Russland