01:37 17 August 2018
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    Autoverkehr über die Krim-Brücke

    „Nicht von Idioten gebaut“ – Kiew gibt zu: Krim-Brücke ist nicht leicht zu zerstören

    © Sputnik / Alexey Malgavko
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    Der ukrainische Vize-Minister für zeitweilig okkupierte Gebiete und vertriebene Personen, Georgi Tuka, hat am Dienstag in einem Live-Interview mit dem TV-Sender „112 Ukraina“ den Vorschlag des Rada- Abgeordneten, Igor Mosijtschuk, die Krim-Brücke zu vernichten, infrage gestellt.

    Obwohl Tuka seinen eigenen Worten zufolge den Abgeordneten „auf emotionaler Ebene“ unterstützt, ist er sich nicht sicher, dass Kiew tatsächlich der Brücke über die Straße von Kertsch einen Schaden zufügen könnte.

    „Ich weiß, dass keine Idioten sie (die Brücke – Anm. d. Red.) gebaut haben und alle möglichen künftigen Risiken in Betracht gezogen wurden. Deswegen denke ich nicht, dass das alles so einfach ist“, sagte Tuka.

    Zuvor hatte der Abgeordnete der Werchowna Rada (ukrainisches Parlament) Igor Mosijtschuk in einer Sendung des TV-Senders „112 Ukraina“ gedroht, die Krim-Brücke zu vernichten. Jedes Land, das um sein Territorium Krieg führe, beabsichtige laut dem Politiker, die feindliche Infrastruktur wie Brücken, Bahnhöfen und Flughäfen zunichte zu machen. Auf die Frage, ob er persönlich die Brücke vernichten würde, antwortete Mosijtschuk, dass er das zweifellos tun würde, wenn er Verteidigungsminister wäre.

    Wie das Oberhaupt der Krim-Republik, Sergej Aksjonow, darauf reagierte, könnte Kiew nur „in seinen Träumen“ die Brücke zerstören.

    Der Autoverkehr über die Krim-Brücke in beide Richtungen war am 15. Mai offiziell freigegeben worden. An der feierlichen Zeremonie hatte der russische Präsident Wladimir Putin teilgenommen, der selbst über die Brücke gefahren war.

    Mit einer Länge von 19 Kilometern gilt die Brücke über die Straße von Kertsch, die die direkte Verbindung zwischen der Krim und dem russischen Festland gewährleisten soll, als eines der schwierigsten Bauprojekte Russlands.

    Die Verkehrsverbindung zwischen der südrussischen Region Krasnodar und der Halbinsel Krim über die Brücke wurde vorfristig – ein halbes Jahr früher – fertiggestellt. Für den Eisenbahnverkehr soll die Brücke Ende 2019 freigegeben werden. Die ersten Bauarbeiten an der Krim-Brücke hatten im Februar 2016 begonnen.

    Die Krim war im März 2014 – nach gut 22 Jahren in der unabhängigen Ukraine – wieder Russland beigetreten, nachdem die Bevölkerung der Halbinsel bei einem Referendum mehrheitlich dafür gestimmt hatte. Anlass für die Volksabstimmung war ein nationalistisch geprägter Staatsstreich in Kiew.

    Die ukrainische Regierung erkennt die Abspaltung der Krim nicht an. Die westlichen Staaten haben den Sturz von Präsident Viktor Janukowitsch und die von der Opposition gestellte Regierung in Kiew akzeptiert, nicht jedoch das Krim-Referendum. Nach dem Beitritt der Halbinsel zu Russland verhängten die USA und die EU Sanktionen gegen Russland und die Krim.

     

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    Tags:
    Brücke, EU, Werchowna Rada, 112 Ukraina, Sergej Aksjonow, Wladimir Putin, Georgi Tuka, Igor Mosijtschuk, USA, Krim, Ukraine, Russland
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