16:05 25 Juni 2018
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    Der Leiter des Portals RIA Novosti Ukriane, Kirill Wyschinski, im Gerichtssaal

    Wyschinski-Fall: Kiew will mit Moskau über „Preis” sprechen

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    Der externe Berater des ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko und Vizechef des Energie-Ausschusses des ukrainischen Parlaments, Alexander Dombrowski, hat die Festnahme des Leiters des Portals RIA Novosti Ukraine, Kirill Wyschinski, in einem Interview mit Sputnik kommentiert.

    Seiner Meinung nach sind für die Lösung dieser Frage Verhandlungen erforderlich.

    „Früher oder später kommt man zu einer Einigung. Differenzen gibt es nur in Bezug auf den Preis. Je später, je länger, desto teurer – im breiten Sinne des Wortes“, so Dombrowski.

    Seinen Worten zufolge werden auch ukrainische Journalisten in Russland „mit ähnlichen Problemen konfrontiert“. „Unsere Journalisten geraten in gleiche Situationen in Russland und leiden schwer darunter“, so Poroschenkos Berater. Er wollte allerdings seine Aussage nicht näher untermauern.

    Informationen seien heute Teil eines Hybridkrieges geworden, so Dombrowski weiter. „Und es fällt einem wohl äußerst schwer, sich Klarheit darüber zu verschaffen, wo es einen Krieg und wo es keinen gibt, wo eine Frontlinie verläuft und wo nicht“, betonte der Abgeordnete.

    Kirill Wyschinski war am 15. Mai vor seiner Wohnung in Kiew festgenommen und in der Nacht nach Cherson gebracht worden. Dem Journalisten werden Landesverrat und Unterstützung für die selbsterklärten Republiken der Donbass-Region zur Last gelegt. Bei einer Verurteilung drohen Wyschinski bis zu 15 Jahre Haft.

    Der Inlandsgeheimdienst SBU durchsuchte noch am selben Tag das Büro der Vertretung von RIA Novosti in Kiew und die Wohnungen einiger Mitarbeiter der Redaktion. 47 Mitarbeiter sind bereits zum Verhör vorgeladen worden.

    Das Stadtgericht von Cherson hat über den Journalisten eine zweimonatige Untersuchungshaft ohne Kaution verhängt.

    Der Kreml hat die Handlungen der Ukraine entschieden verurteilt und Antwortmaßnahmen versprochen. Moskau richtete an Kiew eine Protestnote mit der Forderung, die Gewalt gegen Medienvertreter zu stoppen.

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    Tags:
    Preis, Verhandlungen, Interview, Inlandsgeheimdienst der Ukraine (SBU), Kirill Wyschinski, Dmitri Peskow, Russland, Ukraine
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