19:21 13 November 2018
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    Handelshafen in Nantong, China (Archiv)

    „Kein notgedrungener Schritt“: Handels-Vereinbarungen mit USA aus chinesischer Sicht

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    Politik
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    Für seine stabile Weiterentwicklung braucht China mehr Energieressourcen und Agrarwaren, deshalb baut es seine Importe aus – und nicht wegen eines Drucks von außen. Das betont die chinesische Zeitung „Renmin Ribao“ im Hinblick auf die Ergebnisse der jüngsten Handelsgespräche zwischen der Volksrepublik und den Vereinigten Staaten.

    Die Zeitung stellt in ihrer Onlineausgabe fest, China sei der weltweit größte Produktionsstandort und Verbrauchsmarkt, deshalb brauche es massiv Energieressourcen, High-Tech- und Agrarwaren: „Und die USA haben gewisse Vorteile in diesen Bereichen.“

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    Es gehe um eine große „gegenseitige Komplementarität“ der beiden Länder. China importiere etwa Öl und Gas aus den USA, um seinen Bedarf besser zu decken. Die USA hälfen China unterdessen dabei, Erfahrungen in Sachen Gasförderung zu erwerben.

    „Außerdem kooperieren China und die USA bei erneuerbaren Energien und bei deren effizienterer und breiterer Nutzung. Künftig werden China und die USA eine Schlüsselrolle bei der Transformation der Welt in Richtung sauberer Energie spielen“, so der Kommentar.

    Die US-Landwirtschaft habe natürliche Vorteile sowie einen „hohen Mechanisierungs-, Automatisierungs- und Informatisierungsstand“. Dies ermögliche den USA eine „stabile Versorgungsfähigkeit“. Durch eine intensivere Kooperation mit den Vereinigten Staaten werde China seinen Lebensmittelexport diversifizieren, hieß es.

    Generell betont die Zeitung, China erweitere die Importmengen, um seine langfristige Weiterentwicklung zu fördern, seine Marktbedürfnisse zu befriedigen und dem Streben der Menschen nach einem „herrlichen Leben“ zu entsprechen: „Dies ist keineswegs ein notgedrungener Schritt infolge von Handelsreibungen und Druck von außen.“

    „China und die USA verfolgen ihren Nutzen, deshalb ist es für sie schwierig, Differenzen zu vermeiden. Es werden neue Probleme auftreten, man sollte nicht darüber staunen. Ein Schlüsselfaktor ist die Beibehaltung von Nüchternheit, wobei Fragen durch Dialog und Konsultationen geklärt werden sollen. Man sollte nicht gegeneinander antreten und nicht die Kontrolle über die Situation verlieren“, heißt es in dem chinesischen Kommentar.

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    China und die USA hatten kürzlich nach ihren Handelsgesprächen eine Vereinbarung gemeldet, wonach das Handelsungleichgewicht zwischen den beiden Ländern reduziert und der US-Export nach China zunehmen soll. Der chinesische Vizepremier Liu He sagte, die beiden Länder hätten sich darauf verständigt, keinen Handelskrieg zu führen und die Verhängung gegenseitiger Zölle zu stoppen.

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    Tags:
    Energie, Zölle, Import, Streit, Kooperation, Handel, USA, China