11:46 25 September 2018
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    Israelische Truppen auf den Golanhöhen (Archivbild)

    Kann Moskau Schlacht zwischen Israel und Iran verhindern?

    © AFP 2018 / Jalaa Marey
    Politik
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    Auf syrischem Boden eskalieren die Spannungen zwischen Israel und dem Iran. Russland gerät dadurch in die Zwickmühle: Es ist mit den beiden Nationen befreundet, die bis aufs Blut verfeindet sind. Wird Moskau zwischen den Erzfeinden vermitteln können? Das Portal globalaffairs.ru berichtet.

    Israel rüstet sich für einen direkten Waffenkonflikt mit iranischen Einheiten. Wie arabische Medien berichten, werden in der Provinz Quneitra im Südwesten Syriens große Militärverbände zusammengezogen. Dieses Gebiet grenzt unmittelbar an die Demarkationslinie, hinter welcher der israelische Teil der Golanhöhen beginnt. Dort konzentriert Tel Aviv derzeit seine Bodentruppen samt Schwerwaffen wie Panzer und Artillerie. Entlang der Grenze ist die israelische Flugabwehr in Stellung gegangen. Auf syrischer Seite sammeln sich unter anderem Einheiten der Hisbollah sowie weitere proiranische Milizen.

    Die Eskalation des Konflikts zwischen Israel, dem Iran und dessen Verbündetem Hisbollah sei „einer der vier Kriege, die zeitgleich in Syrien geführt werden“, sagt Mark Katz, Professor an der George Mason University (US-Bundesstaat Virginia), laut dem Portal. Die anderen drei seien der Krieg der Truppen von Präsident Baschar Assad gegen dessen Gegner, der Krieg der Kurden gegen die Türken und der Krieg gegen den IS*. „Seinen Krieg hat Assad mit Unterstützung Russlands, des Irans und der Hisbollah gewonnen.“

    Jetzt aber bringe die Eskalation zwischen Israel und dem Iran Russland in eine sehr heikle Lage. Denn:

    „Moskau hat ein gutes Verhältnis sowohl zum Iran als auch zu Israel, welches es auch erhalten möchte“, so der Wissenschaftler. „Die Zuspitzung des israelisch-iranischen Konflikts droht, Moskaus Verhältnis zu seinen beiden Partnern zu belasten.“

    Russland könnte die Eskalation entspannen, wenn es sich als Vermittler zwischen Israel und dem Iran engagiere, sagt der Politologe:

    „Russland erscheint als ein weitaus besserer Kandidat für diese Rolle als Amerika. Denn das Verhältnis zwischen dem Iran und den USA hat sich seit Trumps Machtantritt jäh verschlechtert – besonders aber seit Trumps Ankündigung, aus dem Atomabkommen mit Teheran auszusteigen. Russland kann im Unterschied zu den USA mit beiden Seiten verhandeln, sowohl mit Israel als auch mit dem Iran.“

    Doch gibt es auf diesem Weg auch Hindernisse: „Es gibt mächtige Kräfte, Schlüsselakteure auf beiden Seiten, die nach einem Militärkonflikt geradezu trachten, weil sie der Meinung sind, darin obsiegen zu können.“ Russlands Problem könne nun darin bestehen, dass man unmöglich zwischen Konfliktparteien vermitteln könne, „die keine Friedenslösung wollen, sondern ihr Verhältnis lieber auf dem Schlachtfeld klären“.

    Würden die USA und Russland ihre Anstrengungen bündeln, könnten sie Israel und den Iran eventuell überzeugen, Mäßigung walten zu lassen. Aber: „Angesichts dessen, dass Trump und Netanjahu geradezu darum wetteifern, wer sich dem Iran gegenüber aggressiver verhält, ist Washington momentan nicht darauf eingestellt, friedensstiftend zu wirken“, sagt der Politikprofessor aus den USA.

    * Islamischer Staat (IS, auch Daesh), eine in Russland verbotene Terrorvereinigung

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    Tags:
    Vermittler, Vermittlung, Konfliktlösung, Konflikt, Eskalation, Terrormiliz Daesh, Hisbollah, Donald Trump, Benjamin Netanjahu, Golanhöhen, Libanon, Israel, Iran, USA, Russland