19:46 19 Juni 2018
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    Lager mit Röhren für die Gaspipeline Nord Stream in Schweden (Archivbild)

    Nord Stream 2 weiterhin Dorn im Auge: Washington plant nächste Schritte

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    Politik
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    Die USA lassen nicht locker: Außenminister Mike Pompeo hat am Mittwoch während der Besprechung des Budgets des Landes für das nächste Jahr erklärt, dass es notwendig sei, weitere Schritte gegen den Bau der Gaspipeline Nord Stream 2 zu unternehmen.

    Ihm zufolge ist die Europäische Union wegen ihrer Abhängigkeit von russischem Gas in ihren Möglichkeiten begrenzt, Moskau entgegenzuwirken. Man dürfe aber keine Verschlechterung der Situation zulassen, so Pompeo.

    „Wir haben eine reale Möglichkeit, ihre Abhängigkeit von Russland mittels diverser Varianten abzubauen, so etwa die Lieferung (von Energieressourcen – Anm. d. Red.) über den Kaukasus und andere Länder zu gewährleisten“, erklärte der Außenminister.

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    In der vorigen Woche hatte die Vizechefin der Energieabteilung im US-Außenministerium Sandra Oudkirk die Beteiligten des Projektes Nord Stream 2 vor US-Sanktionen aus geopolitischen und Energiegründen gewarnt.

    Nord Stream 2

    Das Projekt Nord Stream 2 sieht die Verlegung von zwei Strängen mit einer Jahresgesamtkapazität von 55 Milliarden Kubikmetern vor. Die Stränge sollen parallel zur bereits bestehenden Pipeline Nord Stream von der russischen Ostseeküste bis nach Deutschland verlaufen. Die Pipeline soll im Jahr 2019 in Betrieb genommen werden.

    Gegen das Projekt machen mehrere Länder Front. Dazu gehören die Ukraine, die um ihre Einnahmen aus dem Transit von russischem Gas bangt, und die USA, die ambitionierte Pläne zum Export von Flüssiggas nach Europa hegen. Lettland, Litauen und Polen haben gemeinsam ihren Unwillen über den Bau geäußert.

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    Das Bergamt Stralsund hatte Ende Januar den Bau und Betrieb des Pipelinesystems Nord Stream 2 im deutschen Küstenmeer und im Anlandebereich in Lubmin bei Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern genehmigt. Anfang April hatte auch Finnland seine Zustimmung erteilt. Gazprom rechnet im ersten Halbjahr 2018 noch mit den ausstehenden Genehmigungen von Schweden, Russland und Dänemark.

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    Tags:
    Gaslieferung, Transit, Abhängigkeit, Pipeline, Nord Stream 2, Mike Pompeo, Russland, USA
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