06:27 25 Juni 2018
SNA Radio
    Politik
    Zum Kurzlink
    0 2606

    Eklat bei ukrainischer Elitetruppe: Bei einem Festakt mit Präsident Petro Poroschenko haben sich Marineinfanteristen demonstrativ geweigert, den Befehl des Staatschefs zu erfüllen und ihre noch aus der Sowjetarmee stammende schwarze Kopfbedeckung gegen die ukrainische zu wechseln. Die Ablehner wurden noch am selben Tag entlassen.

    Poroschenko hatte zuvor einen Wechsel der Symbole bei der Marineinfanterie angeordnet. Unter anderem sollen die schwarzen Barette der Marineinfanteristen durch smaragdgrüne ersetzt werden.

    Bei einem Festakt anlässlich des Tages der Marineinfanterie am Mittwoch in der Schwarzmeerstadt Nikolajew (Mykolajiw) wollte der Staatschef die neuen Kopfbedeckungen persönlich überreichen.

    Fallschirmjäger wollen sich nicht dekommunisieren lassen >>

    Doch viele der Soldaten verweigerten sich dem Farbwechsel und marschierten vor Poroschenko in ihren alten Baretten auf. Laut ukrainischen Medien protestierten die Marineinfanteristen damit gegen Poroschenkos Armeereform.

    Weiteren Berichten zufolge stammen alle „Verweigerer“ aus dem 1. Marineinfanterie-Bataillon Feodossija, das seit dem Untergang der Sowjetunion 1991 zuerst auf der Krim stationiert war und erst mit dem Beitritt der Halbinsel zu Russland im Jahre 2014 nach Nikolajew verlegt wurde.

    Die ukrainische Kriegsmarine teilte unterdessen mit, dass die meisten der Ablehner bereits aus dem Militärdienst entlassen worden seien.

    Den Wechsel der Barette zu verweigern, sei die „persönliche Entscheidung“ einzelner Soldaten gewesen, kommentierte der ukrainische Marinesprecher Oleg Tschalyk laut der Nachrichtenagentur Ukrinform.

    „Die meisten von ihnen sind bereits entlassen.“ Tschalyk betonte, dass die Mehrheit der Marineinfanteristen die neue Kopfbedeckung akzeptiert habe.

    Zum Thema:

    Warum Asow-Kämpfer Präsident Poroschenko nicht die Hand reichte
    Pentagon will Waffenlieferungen an Ukraine beschleunigen
    Ukraine-Geschäft loswerden: Sberbank startet vierten Anlauf
    Tags:
    Petro Poroschenko, Nikolajew, Ukraine