21:07 20 November 2018
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    Das russische Außenministerium

    Moskau findet scharfe Worte für MH17-Bericht

    © Sputnik / Natalja Seliwerstowa
    Politik
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    Russlands Außenministerium hat die JIT-Ermittlungen zum Absturz der Boeing 777 der Malaysia Airlines (Flug MH17) im Juli 2014 im Osten der Ukraine als voreingenommen und einseitig eingestuft.

    Wie aus der Mitteilung hervorgeht, hat JIT bei einer Pressekonferenz am Donnerstag in der niederländischen Stadt Bunnik den größten Teil der von Russland zur Verfügung gestellten Informationen ignoriert. Verschwiegen worden sei unter anderem die von der russischen Seite erwiesene Hilfe bei den Ermittlungen.

    Beispielweise wurden demnach extra dafür freigegebene technische und Konstruktionsdaten von Buk-Raketen sowie die Ergebnisse des Experiments, das der Hersteller dieser Flugabwehrkomplexe – der Konzern „Almas-Antej“ – durchgeführt hatte, nicht erwähnt.

    Zudem habe Russland den Niederlanden primäre unbearbeitete Daten der Radarüberwachung des Luftraums zum Zeitpunkt der Tragödie zur Verfügung gestellt.

    „Die äußerst wichtigen Informationen haben einen erschöpfenden und absolut objektiven Charakter, weil sie weder gefälscht noch geändert werden können. Aber sogar dies hat sich nicht auf die Ermittlungen ausgewirkt“, so die Mitteilung.

    Laut dem Außenministerium ist die auf Basis von Radardaten, aber von unbekannten Experten des internationalen Ermittlerteams JIT gefasste Schlussfolgerung als „absolut unbegründet“ zu bezeichnen.

    Zuvor am Donnerstag hatte das internationale Ermittlerteam behauptet, dass das Luftabwehrsystem, das im Juli 2014 die Boeing 777 der Malaysia Airlines mit der Flugnummer MH17 zum Absturz brachte, vom russischen Militär stammen soll.

    Diese Behauptung sollen zahlreiche Fotos, Videos und Aussagen von Zeugen belegen. Welche genau, wurde nicht präzisiert.

    Moskau wies diese Schlüsse bisher als voreingenommen zurück: Die Ermittler bauten ihre Version allein auf Angaben, die von der ukrainischen Regierung übermittelt worden waren, hieß es.

    Die Boeing 777 der Malaysia Airlines mit der Flugnummer MH17 war am 17. Juli 2014 im umkämpften ostukrainischen Gebiet Donezk abgestürzt. Alle 298 Insassen der Verkehrsmaschine, die von Amsterdam nach Malaysia unterwegs war, kamen ums Leben. In der Region lieferten sich die ukrainische Armee und bewaffnete Regierungsgegner heftige Gefechte. Die Regierung in Kiew und die Milizen warfen sich gegenseitig vor, den Jet abgeschossen zu haben.

     

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    Tags:
    Ermittlungen, MH17-Absturz, Außenministerium, Malaysia, Donbass, Ukraine, Niederlande, Russland