20:35 25 September 2018
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    Die Flaggen von der Nato und der Ukraine

    „Steter Tropfen höhlt den Stein“: Experte über Ungarns Haltung zu Nato-Kurs für Kiew

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    Der russische Politologe Kirill Koktysch hat gegenüber dem Sender RT Ungarns Forderung an die Nato, die Hilfsprogramme für die Ukraine zu revidieren, kommentiert. Laut dem Experten kann Ungarns Haltung ein Katalysator dafür werden, dass auch andere Staaten ihre Unzufriedenheit mit der Ukraine äußern werden.

    „Natürlich wird Ungarn im Alleingang die Haltung der gesamten Nato kaum ändern, aber das gerade ist der Fall, in dem steter Tropfen den Stein höhlt: periodische unparteiische Äußerungen über den wahren Zustand der Dinge in der Ukraine. Darum ist der prinzipielle Standpunkt, den Budapest bezieht, einerseits verständlich. Andererseits sind es zusätzliche Argumente dafür, dass die Tatsachen, dass die Ukraine als Partner gewählt ist und dass die Frage der Nato-Mitgliedschaft der Ukraine irgendwann erörtert werden kann, sehr umstritten sind“, sagte Koktysch, Dozent an der Moskauer Diplomaten-Uni MGIMO, gegenüber RT.

    Der Experte merkte außerdem an, der Angriff der ukrainischen Hooligans auf Fans des britischen Fußballklubs Liverpool, die nach Kiew zum Finale der Uefa Champions League 2017/18 gekommen waren, unterstreiche die Probleme der Leitung des ukrainischen Staates.

    „Das Land, das die elementare Ordnung während der Fußballveranstaltungen nicht gewährleisten kann, in dem Hotelpreise für Ausländer von 20 auf 2000 Dollar steigen können, in dem Fans einer bestimmten Mannschaft verprügelt werden können, zeigt einen Mangel an staatlicher Kontrolle. Das gestrige Ereignis, unter Berücksichtigung seines unpolitischen Charakters, wurde zu einer großen Nachricht, wahrscheinlich in ganz Europa. Vor diesem Hintergrund werden die ungarischen Aussagen sehr überzeugend aussehen“, so Koktysch.

    Zuvor hatte Ungarn in einem Brief an Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg das Militärbündnis aufgefordert, die Hilfsprogramme für die Ukraine zu revidieren.

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