16:04 25 Juni 2018
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    Arkadi Babtschenko

    "An Zynismus nicht zu überbieten": Kreml zu Kiews Vorwürfen wegen Journalisten-Mord

    © Sputnik / Ruslan Krivobok
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    Die Ukraine wird laut dem Pressesprecher des russischen Präsidenten Dmitri Peskow in letzter Zeit für Journalisten immer gefährlicher. Kiews Vorwürfe gegenüber Moskau, an dem Mord am russischen Journalisten Arkadi Babtschenko beteiligt zu sein, seien an Zynismus nicht zu überbieten.

    „In der jüngsten Zeit entwickelt sich die Ukraine leider zu einem äußerst gefährlichen Ort für die Arbeit von Journalisten. Wir wissen, dass dort viele Menschen, viele Journalisten ums Leben kommen. Journalisten werden aus dem Land vertrieben, sie werden wegen ihrer journalistischen Tätigkeit eingekerkert. Wir halten das für unzulässig“, sagte Peskow.

    Journalist Arkadi Babtschenko (Archivfoto)
    © Sputnik / Ruslan Kriwobok
    Darüber hinaus sollte dies laut dem Kreml ein Thema für eine harte internationale Reaktion sein.

    Zuvor hatte Peskow erklärt, dass Russland die Ermordung des russischen Journalisten Arkadi Babtschenko in der Ukraine entschieden verurteilt. Der Menschenrechtsrat Russlands erklärte, er werde eine gründliche Ermittlung des Falls fordern. 

    Der ständige Vertreter Russlands bei der Uno, Wassili Nebensja, hatte zuvor erklärt, dass die ukrainische Seite die Morde an unabhängigen und oppositionellen Journalisten im Land nicht ermittele.

    Der Kreml bezeichnete die Erklärungen Kiews hinsichtlich einer Beteiligung Moskaus an der Ermordung des russischen Journalisten Arkadi Babtschenko als äußersten Zynismus.

    „Das ist an Zynismus nicht zu überbieten – angesichts eines solchen brutalen Mordes so russophobisch die Luft zu erschüttern“, sagte Peskow.

    Zuvor hatte der ukrainische Premierminister Wladimir Groisman Russland der Beteiligung am Mord an Babtschenko bezichtigt.

    Der russische Außenminister Sergej Lawrow, der die Worte von Groisman kommentierte, betonte, dass die „Mode“, auf derartige Weise, internationale Angelegenheiten zu führen, sehr traurig sei.

    Babtschenko war am 29. Mai in seiner Wohnung in Kiew erschossen worden. Am Tatort wurden drei Geschosshülsen von einer Makarow-Pistole gefunden.

    Babtschenko hatte als Kriegsreporter für die russischen Zeitungen „MK“, „Nowaja Gaseta“ und andere gearbeitet und unter anderem über den georgisch-südossetischen Krieg von 2008 berichtet.

    Im Februar 2017 reiste Babtschenko nach Tschechien aus, dann zog er nach Israel und  lebte seit August 2017 in Kiew.  Dort arbeitete er als Moderator beim TV-Sender ATR.

    Das russische Außenministerium hat von den ukrainischen Behörden eine Aufklärung gefordert. Seit der Unabhängigkeit der Ukraine im Jahr 1991 sind in dieser ehemaligen Sowjetrepublik fast 70 Journalisten eines unnatürlichen Todes gestorben.

    Tags:
    Mord, Journalist, Russland, Ukraine
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