09:07 25 September 2018
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    Maria Sacharowa, Außenamtssprecherin Russlands

    Sacharowa in Paris: „Ich lebe in einer Stadt, in die der Feind kam“

    © Sputnik / Grigori Syssojew
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    Die russische Außenministeriumssprecherin Maria Sacharowa hat bei einem russisch-französischen Forum in Paris an die gewaltigen Opfer der Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg erinnert. Angesichts der Drohungen aus dem Westen müssten sich die Russen in Sicherheit fühlen. Dies sei einer der Gründe, warum Russland immer wieder seine Waffen demonstriere.

    Sacharowa hält sich seit Montag zu einem Privatbesuch in Paris auf und hat sich inoffiziell mit französischen Abgeordneten getroffen. Am Mittwoch nahm die 42-Jährige an einer Sitzung des Verbandes „Französisch-russischer Dialog“ teil.

    „Man fragt uns immer, warum wir unsere Waffen zur Schau stellen. Dafür gibt es zwei Gründe“, sagte Sacharowa während der Diskussion.

    „Erstens haben wir im 20. Jahrhundert 20 Millionen Menschen verloren. Das entspricht zahlenmäßig einem durchschnittlichen europäischen Land, das einfach verschwand. Ich lebe in einer Stadt, in die der Feind gekommen war. Das war erst vor 70 Jahren.“

    Der zweite Grund sei der Betrug durch den Westen, so Sacharowa. Die Sowjetunion habe sich in den 1980ern dem Westen freiwillig geöffnet.

    Der Ex-Präsident der Sowjetunion Michail Gorbatschow
    © AP Photo / Alexander Zemlianichenko

    „Wir wollten Freunde werden, eine neue Welt auf Frieden, guter Nachbarschaft und Zusammenarbeit aufbauen und Kriege beenden. Aber man hat uns betrogen.“

    So habe die Nato trotz der eigenen Beteuerungen nach Osten erweitert, ihre Truppen vor den russischen Grenzen in Stellung gebracht und weltweit ihre Stützpunkte eingerichtet. Zudem gebe es immer wieder „aggressive Erklärungen“.

    „Aber das Wichtigste ist, dass wir sehen, dass nicht die Europäer in Europa den Ton angeben“, sagte Sacharowa. „Wenn wir unsere Waffen zeigen, wollen wir sagen, dass sich die Ereignisse des 20. Jahrhunderts nie mehr wiederholen werden (…), damit sich die Russen in Sicherheit fühlen.“

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    Maria Sacharowa, Paris, Frankreich, Russland