20:09 19 Juni 2018
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    Militärbasis Ramstein (Archivbild)

    Krone-Schmalz, Wagenknecht, Drewermann: Gemeinsamer Kampf gegen US-Militär

    © Foto: U.S. Air Force/ Airman 1st Class Jordan Castelan
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    Marcel Joppa
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    Mit schlagkräftigen Aktionen will das Bündnis „Stopp Air Base Ramstein“ im Juni die Schließung der US-Militärbasis nahe Kaiserslautern vorantreiben. Geplant ist neben einem großen Demonstrationszug auch eine komplette Massenblockade der Ramstein-Basis. Unterstützung gibt es von gleich mehreren prominenten Gegnern der US-Kriegsstrategie.

    Die US Air Base Ramstein nahe Kaiserslautern ist Friedensaktivisten und Gegnern der US-Militärpolitik ein besonderer Dorn im Auge. Deshalb soll auch in diesem Jahr wieder eine Aktionswoche gegen die Militärbasis mobil machen. Doch diesmal ist die Unterstützung besonders groß – auch mit Blick auf drohende Konflikte mit Russland oder dem Iran.

    Ende der Hass-Politik

    Für das letzte Juni-Wochenende 2018 plant die Initiative „Stopp Air Base Ramstein“ die größte Protestaktion ihrer Art. Dafür konnte sie prominente Unterstützung gewinnen: So findet am 29. Juni in der Versöhnungskirche Kaiserlautern eine Abendveranstaltung mit der ehemaligen ARD-Korrespondentin Gabriele Krone-Schmalz statt. Mitorganisator Reiner Braun, Co-Präsident des Internationalen Friedensbüros, will damit ein Zeichen setzen:

    „Eine Konfrontation und Hass-Politik gegen Russland ist das Verkehrteste, was deutschen Interessen entspricht. Wir müssen alles tun, um wieder zu kooperativen Beziehungen zu Russland zu kommen. Und wir müssen da auch unseren Außenminister deutlich in die Schranken weisen.“

    Krone-Schmalz hat über Jahrzehnte als Korrespondentin der ARD aus und über Russland berichtet. Schon seit Jahren kritisiert sie nun allerdings die konfrontative Politik des Westens gegenüber Moskau. Die Air Base Ramstein ist dafür der passende Ort: Sie ist auch die Einsatzbefehlszentrale für den US-Raketenabwehrschild.

    Prominenter Widerstand

    Höhepunkt der Aktionen gegen die US-Basis wird der 30. Juni, ein Datum mit trauriger Geschichte: Vor 30 Jahren stürzten an diesem Tag drei italienische Kampfjets bei der auf der Basis organisierten Flugschau in die Besuchermenge. Das Unglück forderte rund 70 Todesopfer und etwa 1000 Verletzte. Gleich zwei Demonstrationszüge sollen sich deshalb in diesem Jahr vor der Air Base treffen und an die Opfer erinnern, so Reiner Braun:

    „Dort werden Sahra Wagenknecht, Eugen Drewermann und die US-Whistleblowerin Ann Wright sprechen. Und wir werden erinnern und deutlich machen: Wenn so etwas nie wieder passieren soll, muss diese Air Base geschlossen werden.“

    Neben der Fraktionsvorsitzenden der Partei Die Linke, Sahra Wagenknecht, dem Theologen Eugen Drewermann und der ehemaligen US-Militärangehörigen Ann Wright werden weitere namhaften Redner erwartet. Im Mittelpunkt soll dabei auch das Problem stehen, dass Deutschland bei einem US-Angriff auf den Iran direkt involviert wäre. Denn von der Air Base Ramstein steuert das US-Militär seine Lufteinsätze für die gesamte eurasische Region.

    Massenblockade gegen US-Militär

    Als ein Highlight der Proteste planen die Organisatoren außerdem eine ganz besondere Aktion, die vor allem der Polizei nicht gefallen dürfte: Die Air Base soll von den Demonstranten komplett abgeriegelt werden. Durch die „Aktion des zivilen Ungehorsams“ sollen die Eingänge zur Basis dichtgemacht werden:

    „Das ist unser Ziel: Friedlich, gewaltfrei, aber gewaltig. Wir wollen, dass diese Air Base geschlossen wird. Dafür sind wir, auch mit ganzem Einsatz. Diese Aktion machen wir das erste Mal, wir bereiten sie durch mehrere Aktionstrainings sorgfältig vor. Wir haben eine große Unterstützung für diese Aktion.“

    Während das US-Militär bisher noch keine Stellung zu der geplanten Protestaktion nehmen wollte, kündigte die Polizei bereits große Präsenz an. Laut Reiner Braun soll es von Seiten der Demonstranten keine zusätzlichen Provokationen gegenüber den Einsatzkräften geben:

    „Wir wollen versuchen, das so friedlich wie möglich zu machen. Wir wollen auch symbolisch Menschen dabeihaben, die eine gewisse Repräsentanz haben: Wir werden eine ganze Reihe von Abgeordneten des deutschen Bundestages und des Europaparlaments dabeihaben, wir werden Pfarrer und Ärzte in ihrer Berufskleidung dabei haben, und auch Hochschullehrer.“

    Die Aktionen rund um die US Air Base in Ramstein werden seit 2015 jährlich ausgerichtet. Im vergangenen Jahr waren bei einer Menschenkette über 5000 Demonstranten vor Ort. Es sind die größten Einzelaktionen der Friedensbewegung der letzten Jahre, die auch immer mehr Zulauf aus der Bevölkerung bekommen. Sputnik wird die Protestaktionen am 29. und 30. Juni rund um die Air Base Ramstein auch in diesem Jahr vor Ort begleiten.

    Das Interview mit Reiner Braun zum Nachhören:

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    Tags:
    Antimilitarismus, Whistleblower, Stopp, Demonstrationen, Proteste, Flugzeugabsturz, US-Armee, Die LINKE-Partei, Ann Wright, Gabriele Krone-Schmalz, Eugen Drewermann, Rainer Braun, Sahra Wagenknecht, Kaiserslautern, Ramstein, Iran, Deutschland, USA
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