10:22 20 September 2018
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    Großfürstin Maria Wladimirowna, Oberhaupt des russischen Zarenhauses Romanow-Holstein-Gottorp, und ihr Sohn Zessarewitsch Georgi Romanow (z.v.r.), in Jewpatorija, Krim

    Russische Zaren-Erbin begeistert: „Krim nun in trockenen Tüchern“

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    Großfürstin Maria Wladimirowna hat sich bei ihrem jüngsten Besuch auf der Krim über die infrastrukturellen Veränderungen beeindruckt gezeigt, die die Schwarzmeerhalbinsel seit der Wiedervereinigung mit Russland vor vier Jahren erfahren hat.

    Maria Wladimirowna, Oberhaupt des russischen Zarenhauses Romanow-Holstein-Gottorp, war zusammen mit anderen Nachkommen der bis 1917 regierenden russischen Zaren-Dynastie am Montag zu einem offiziellen Besuch auf der Krim eingetroffen – nach eigenen Angaben um ein politisches Zeichen zu setzen. Der Anlass sei der 235. Jahrestag seit der Eingliederung der Halbinsel ins Russische Kaiserreich.

    Mit dem Besuch, der am 3. Juni zu Ende geht, wollen die Nachfahren der Zarenfamilie „die ganze Welt daran erinnern, dass die Krim sowohl historisch als auch rechtlich zu Russland gehört“, teilte Wladislaw Pilkewitsch, Sprecher des Zarenhauses Romanow, in einem Sputnik-Gespräch mit. Auf dem Programm steht ihm zufolge unter anderem eine Fahrt über die vor Kurzem eröffnete 19 Kilometer lange Krim-Brücke.

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    „Ich bin froh, auf der Kim zu sein“, sagte Großfürstin Maria Wladimirowna am Donnerstag in Simferopol. „Hier hat sich Vieles verändert. Die Menschen hier sind zufrieden, auch wenn viel zu tun ist. Aber ich sehe, dass die Krim in trockenen Tüchern ist. Das tröstet mich.“ Nach der Einschätzung Ihrer Kaiserlichen Hoheit sind die Menschen auf der Halbinsel trotz der westlichen Sanktionen glücklich.

    Maria Wladimirowna Romanowa ist das einzige Kind aus der Ehe von Wladimir Kyrillowitsch Romanow, dem Oberhaupt des Russischen Kaiserhauses im Exil, dem Sohn des russischen Großfürsten Kyrill Wladimirowitsch, der sich 1924 zum Kaiser im Exil erklärt hatte. Maria Romanowa wurde in Spanien geboren und wohnt in Madrid.

    Die Krim war im März 2014 – nach rund 22 Jahren in der unabhängigen Ukraine — wieder Russland beigetreten, nachdem die Bevölkerung der Schwarzmeerhalbinsel in einem Referendum mehrheitlich dafür gestimmt hatte. Der Anlass für das Referendum war der nationalistische Umsturz in Kiew und die Drohung der neuen Regierung, die russische Sprache zu verbieten. Die Regierung in Kiew betrachtet die Krim als ukrainisches Gebiet. Auch die USA und andere westliche Staaten, die die neue ukrainische Führung unterstützen, haben die Wiedervereinigung der Insel mit Russland nicht anerkannt.

    Die Halbinsel hatte bereits seit 1783 zu Russland gehört, bevor der sowjetische Staatschef Nikita Chruschtschow 1954 die Halbinsel symbolisch von der Russischen Sowjetrepublik an die Ukrainische Sowjetrepublik – beide im Bestand der Sowjetunion – „verschenkte“. Nach dem Zerfall der Sowjetunion im Dezember 1991 verblieb die von Russen dominierte Krim automatisch in der Ukraine. Laut russischen Politikern und Rechtsexperten war die eigenmächtige Übertragung verfassungswidrig.

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    Großfürstin Maria Wladimirowna, Krim, Russland