21:30 25 September 2018
SNA Radio
    Kirill Wyschinski im Gericht

    Journalist Wyschinski bittet Putin um Schutz

    © Sputnik / Stringer
    Politik
    Zum Kurzlink
    182485

    Der in Kiew festgenommene Chefredakteur des Nachrichtenportals RIA Novosti Ukraina, Kirill Wyschinski, hat Russlands Staatschef Wladimir Putin um Schutz gebeten.

    Er verwies dabei darauf, dass er ein russischer Staatsbürger sei. Darüber hinaus bat der Journalist den ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko um die Entlassung aus der ukrainischen Staatsbürgerschaft.

    „Ich wende mich an Russlands Staatschef Wladimir Putin mit der Bitte, alle notwendigen Maßnahmen für meine baldige Freilassung sowie für die Gewährung von rechtlichem Schutz zu ergreifen“, sagte der Journalist vor dem Gericht.

    „Ich habe eine schwierige Entscheidung getroffen. Um einen grundlosen Druck auf mich und meine Freunde sowie meine Entfernung aus dem Beruf und Leben einzustellen (…), beschließe ich, mich an den Staatschef der Ukraine Petro Poroschenko zu wenden, den ich persönlich kenne (…) Ich halte mich nur für einen Bürger der Russischen Föderation“, erklärte er. Der Journalist fügte hinzu, dass er auf seinen ukrainischen Pass stolz gewesen sei.

    „Ich sehe aber keinen anderen Weg, den Druck von meinen Verwandten und Freunde zu nehmen (…) Ich hoffe, dass der schnellstmögliche Abschluss des Sondereinsatzes des ukrainischen Sicherheitsdienstes SBU vielen Menschen ermöglichen wird, sich ruhiger zu fühlen.“

    Seine Festnahme und Inhaftierung bezeichnete er als illegal.

    „Nach wie vor meine ich, dass alles, was die Staatsanwaltschaft und die Untersuchungsverwaltung des ukrainischen Sicherheitsdienstes getan haben, eine Form von Druck auf mich ist. Ich halte auch meine Festnahme und Inhaftierung für illegal“, sagte der Journalist.

    Darüber hinaus sagte er Folgendes: „Ich möchte extra der internationalen Gemeinschaft für die geleistete Aufmerksamkeit in Bezug auf meine einfache Person und die Situation um die Verfolgung der Journalisten in der Ukraine danken. Ich bin überzeugt, dass dies in gewisser Weise den Druck nicht nur auf mich, sondern auch auf meine Kollegen verringert hat.“  Er bedankte sich auch bei dem russischen Staatschef Wladimir Putin und der Bundeskanzlerin Angela Merkel dafür, dass sie die Aufmerksamkeit  auf seinen Fall und das Verhalten gegenüber Journalisten in der Ukraine gelenkt haben.

    Kirill Wyschinski war am 15. Mai vor seiner Wohnung in Kiew festgenommen und in der Nacht nach Cherson gebracht worden. Dem Journalisten werden Landesverrat und Unterstützung für die selbsterklärten Republiken der Donbass-Region zur Last gelegt. Bei einer Verurteilung drohen Wyschinski bis zu 15 Jahre Haft.

    Der Inlandsgeheimdienst SBU durchsuchte noch am selben Tag das Büro der Vertretung von RIA Novosti in Kiew und die Wohnungen einiger Mitarbeiter der Redaktion. 47 Mitarbeiter sind bereits zum Verhör vorgeladen worden.

    Das Stadtgericht von Cherson hat gegen den Journalisten eine zweimonatige Untersuchungshaft ohne Möglichkeit für Freilassung auf Kaution verhängt.

    Der Kreml hat die Handlungen der Ukraine entschieden verurteilt und Antwortmaßnahmen versprochen. Moskau richtete eine Protestnote mit der Forderung an Kiew, die Gewalt gegen Medienvertreter zu stoppen.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren

    Zum Thema:

    Fall Wyschinski: „Reporter ohne Grenzen“ fordern von Kiew Erklärung oder Freilassung
    In Ukraine inhaftierter Journalist Wyschinski braucht ständige medizinische Aufsicht
    Tags:
    Maßnahmen, Staatsbürgerschaft, Schutz, Angela Merkel, Kirill Wyschinski, Wladimir Putin, Ukraine, Russland