21:50 25 Juni 2018
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    Kirill Wyschinski im Gerichtssaal

    Urteil gegen Journalist: „Landesverräter“ Wyschinski bleibt in Haft

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    Politik
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    Das Berufungsgericht des ukrainischen Gebiets Cherson hat am Freitag der Klage der Anwälte von Kirill Wyschinski nicht stattgegeben. Der vor rund zwei Wochen festgenommene Chef des Nachrichtenportals RIA Novosti Ukraina bleibt damit weiterhin in U-Haft.

    „Das Richterkollegium hat verordnet, der Berufungsklage der Verteidiger nicht stattzugeben“, sagte der Richter.

    Darüber hinaus bleibe die Anordnung des Ermittlungsrichters über die zweimonatige U-Haft in Kraft. Sie könne nun nicht mehr angefochten werden.

    Wyschinskis Anwalt Andrej Domanski will jedoch noch nicht aufgeben.

    „Bislang ist für Wyschinski die Inhaftierung als Prohibitivmaßnahme gewählt worden. Wir werden auch weiterhin appellieren, bis es möglich sein wird, die Prohibitivmaßnahme zu ändern“, sagte Domanski gegenüber Journalisten.

    Zuvor am Freitag hatte Wyschinksi, den Kiew des Landesverrats beschuldigt, vor Gericht den russischen Staatschef Wladimir Putin gebeten, alle notwendigen Maßnahmen für seine baldige Freilassung sowie für die Gewährung von rechtlichem Schutz zu ergreifen. Er wolle zudem auf die ukrainische Staatsbürgerschaft verzichten.

    Kirill Wyschinski war am 15. Mai vor seiner Wohnung in Kiew festgenommen und in der Nacht nach Cherson gebracht worden. Dem Journalisten werden Landesverrat und Unterstützung für die selbsterklärten Republiken der Donbass-Region zur Last gelegt. Bei einer Verurteilung drohen Wyschinski bis zu 15 Jahre Haft.

    Der Inlandsgeheimdienst SBU durchsuchte noch am selben Tag das Büro der Vertretung von RIA Novosti in Kiew und die Wohnungen einiger Mitarbeiter der Redaktion. 47 Mitarbeiter sind bereits zum Verhör vorgeladen worden.

    Das Stadtgericht von Cherson hat gegen den Journalisten eine zweimonatige Untersuchungshaft ohne Möglichkeit für Freilassung auf Kaution verhängt.

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    Tags:
    Prohibitivmaßnahme, Freilassung, Urteil, Haft, RIA Novosti Ukraina, Berufungsgericht, Inlandsgeheimdienst der Ukraine (SBU), Andrej Domanski, Kirill Wyschinski, Wladimir Putin, Cherson, Donbass, Kiew, Moskau, Ukraine
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