12:41 25 September 2018
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    Nur „Vorstellungsgespräch“? Kiew rechtfertigt versuchte Anwerbung von Journalistin

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    RIA Novosti Ukraine in Kiews Visier: Durchsuchungen und Festnahmen von Journalisten (14)
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    Der Pressedienst des ukrainischen Geheimdienstes SBU hat bestätigt, dass seine Mitarbeiter sich mit der in Litauen arbeitenden Journalistin Irina Wyssokowitsch von der Agentur RIA Novosti getroffen haben. Der SBU bezeichnete das jedoch als „Vorstellungsgespräch“, meldet die ukrainische Agentur UNN.

    „Mit ihr ist ein Vorstellungsgespräch geführt worden. Im Ergebnis hat sich herausgestellt, dass sie kein journalistisches, sondern ein propagandistisches Ziel verfolgte, als sie hierhin (in die Ukraine – Anm. d. Red.) kam“, so die Agentur unter Berufung auf den SBU.

    Demzufolge soll Wyssokowitsch von dem Anwerbungsversuch berichtet haben, angeblich weil sie „die Aufgabe nicht erfüllen konnte“. „Sie ist einfach nach Hause begleitet worden, deshalb macht sie nun Vorwürfe (dem SBU – Anm. d. Red.)“, hieß es vom Pressedienst.

    Was genau die angebliche „propagandistische Tätigkeit“ der Journalistin gewesen sein soll, sagte der ukrainische Geheimdienst jedoch nicht.

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    Der SBU versuchte, die ukrainische Staatsbürgerin mit ständiger litauischer Aufenthaltserlaubnis Irina Wyssokowitsch anzuwerben, als sie zur Berichterstattung über das Gerichtsverfahren gegen den Chef des ukrainischen Nachrichtenportals RIA Novosti Ukraina, Kirill Wyschinski, in die ukrainische Stadt Cherson kam.

    Nach einem stundenlangen Gespräch im SBU, das nicht zu Protokoll genommen wurde, wurde Wyssokowitsch gezwungen, ein Dokument zu unterzeichnen. Damit sollte sie sich bereit erklären, mit dem SBU zusammenzuwirken und über die Mitarbeiter der Agentur RIA Novosti zu berichten. Die Journalistin kehrte jedoch nach Litauen zurück und infprmierte über den Anwerbungsversuch.

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    Laut dem Generaldirektor der russischen Mediengruppe „Rossiya Segodnya“, Dmitri Kisseljow, sind die jüngsten Handlungen des ukrainischen Geheimdienstes ein weiteres Bespiel der Geringschätzung, die Kiew für den Beruf des Journalisten zeigt. Der stellvertretende Chefredakteur der Mediengruppe, Dmitri Gornostajew, rief Journalisten und die Weltgemeinschaft auf, Wyssokowitsch zu unterstützen.

    Jewgeni Rewenko, Mitglied des Staatsduma-Ausschusses für Informationspolitik und —technologien, sieht im Anwerbungsversuch des SBU eine planmäßige und systemische Arbeit ukrainischer Sicherheitsdienste, die schmutzige Methoden anwenden.

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