22:48 09 Dezember 2018
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    AfD-Vizevorsitzende Alexander Gauland

    „Vogelschiss“-Skandal schlägt nun auch in AfD hohe Wellen

    © AFP 2018 / John Macdougall
    Politik
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    Der Auftritt des AfD-Partei- und Fraktionschefs Alexander Gauland beim Bundeskongress der AfD-Nachwuchsorganisation in Seebach, bei dem er die zwölf Jahre der Nazi-Herrschaft als einen „Vogelschiss“ in der deutschen Geschichte bezeichnete, ist nun auch in den Führungsetagen der AfD scharf kritisiert worden. Darüber berichtet die Zeitung „Bild“.

    Nach Angaben der „Bild“ soll der AfD-Bundesvorstand am heutigen Montagmorgen mögliche Konsequenzen für Gaulands „Entgleisung“ behandeln.

    Kritik sei selbst von Seiten des rechten Lagers der Partei verlautbart worden, betont die Zeitung: Gaulands Co-Vorsitzender Jörg Meuthen habe sich von ihm distanziert und Gaulands Äußerung als „ausgesprochen unglücklich“ sowie die Wortwahl als „unangemessen“ bezeichnet.

    Auch Brandenburgs AfD-Landes-Chef und Mitglied des Partei-Bundesvorstandes Andreas Kalbitz, der ebenfalls bereits Nazi-Vorwürfen ausgesetzt gewesen war, habe geäußert, er hätte die Vogelschiss-Aussage „persönlich so nicht getroffen“.

    Die gemäßigten Parteimitglieder sollen die Äußerung des Parteichefs noch schärfer verurteilt haben, so das Blatt: „Als Politiker der AfD entschuldige ich mich bei allen jüdischen Mitbürgern und den Opfern des Naziregimes sowie deren Familien, für diese unglaubliche Bagatellisierung durch unseren Parteivorsitzenden", schrieb der AfD-Bundestagsabgeordnete Uwe Witt, ein Mitberünder der Gemäßigten-Plattform in der AfD, auf Twitter.

    Der Verbindungsmann der „Alternativen Mitte“ Steffen Königer, habe in diesem Zusammenhang Entschuldigungen von Gauland verlangt.

    Auch der Vortrag aller drei Strophen des Deutschlandlieds nach Gaulands Rede bei dem Bundeskongress der „Jungen Alternative“ könnte nach „Bild“-Angaben gewisse Folgen — von der Einstellung der finanziellen Unterstützung bis zur Aberkennung als offizielle Jugendorganisation — nach sich ziehen.

    Dabei rechnet die Zeitung nach der Besprechung im Parteivorstand nicht mit weitgehenden Konsequenzen: Dieser rede sich die Skandale klein, auch wenn sie noch so groß seien. Ein Parteiausschluss sei für Gauland fast so gut wie ausgeschlossen, schreibt die Zeitung und verweist auf das gescheiterte Parteiausschlussverfahren von Björn Höcke. Eine Bitte um Entschuldigung sei wahrscheinlicher. Allerdings sei Gauland eine Entschuldigung angesichts seiner „Dickköpfigkeit“ nicht zuzutrauen, schreibt die Zeitung abschließend.

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    Tags:
    Verharmlosung, Nazi-Deutschland, Geschichte, Bild, Partei Alternative für Deutschland (AfD), Jörg Meuthen, Björn Höcke, Andreas Kalbitz, Alexander Gauland, Deutschland