03:05 21 Juni 2018
SNA Radio
    Facebook (Symbolbild)

    Griechischer Justizminister wirft Facebook Zensur und Nazi-Unterstützung vor

    © REUTERS / Dado Ruvic
    Politik
    Zum Kurzlink
    0 2414

    Der griechische Justizminister Stavros Kontonis hat dem sozialen Netzwerk Facebook Zensur vorgeworfen. Der Grund dafür ist die Löschung eines Beitrags von einem griechischen Journalisten, der Nazi-Verbrechen auf Kreta behandelte. Dies teilten die griechischen Medien mit.

    Am 2. Juni löschte das soziale Netzwerk den Post des griechischen Journalisten Nikos Boyiopoulos und blockierte seinen Account für 24 Stunden. Der Journalist schrieb via Facebook über Verbrechen der Wehrmacht im Dorf Kandanos auf Kreta. Er erinnerte daran, dass 180 Bewohner des Dorfes wegen Widerstands gegen die deutschen Besatzer am 3. Juni 1941 erschossen und ihre Häuser niedergebrannt wurden. Boyiopoulos merkte außerdem an, die rechtsextreme Partei „Chrysi Avgi“ (zu Deutsch: „Goldene Morgenröte“) lasse zurzeit die Ideen des Nationalsozialismus in Griechenland wieder aufleben.

    Auf der Sitzung des Rates der EU für Justiz und Inneres in Luxemburg sagte Kontonis, dass die Zensur auf Facebook inakzeptabel sei. Laut dem Minister besteht das Ziel solcher Maßnahme darin, das historische Gedächtnis über die Gräuel der Nazis in Kandanos zu dämpfen und die neonazistische Ideologie der Mitglieder der „Chrysi Avgi“ zu verbergen. 

    Der EU-Kommissar für die Sicherheitsunion, Julian King, bezeichnete das Geschehene als einen ernsthaften Vorfall, der ermittelt werden soll. Die Justizminister anderer EU-Länder stimmten dieser Stellungnahme zu.

    Zum Thema:

    Facebook geht Partnerschaft mit Nato-nahem Thinktank ein
    „Bombastische“ Freundschaften: Facebook soll Terroristen vernetzen
    Nach Facebook-Affäre: Im Datenskandal involvierte Firma gibt auf
    Konkurrenz für Tinder? Facebook kündigt Dating-Funktion an
    Tags:
    Beitrag, Nazi-Verbrechen, gelöscht, Post, Sitzung, Zensur, Facebook, EU-Rat, EU, Nikos Boyiopoulos, Stavros Kontonis, Julian King, Griechenland