02:01 19 September 2018
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    Eine Trident-II-D5-Rakete

    „Als Druckmittel gegen Russland“: Pentagon offenbart Details neuer Atomwaffen

    CC0 / National Museum of the U.S. Navy
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    Das US-Verteidigungsministerium hat erste Entwurfspläne für mehrere „kleine Atomwaffen“ erstellt, welche neue Optionen für Präzisionsschläge eröffnen sollen. Dies berichtet die Zeitschrift „Warrior Maven“ unter Berufung auf Pentagon-Vertreter und weist darauf hin, dass diese Waffen als Druckmittel gegen Russland verwendet werden sollen.

    „Der Atomwaffenrat (NWC) hat getagt und den Entwurf des Plans genehmigt. Der NWC hat zugestimmt, der Nationalen Verwaltung für Nukleare Sicherheit zu genehmigen, mit der Erarbeitung des Umfangs, des Zeitplans und der Kosten dieses Vorhabens zu beginnen“, sagte Michelle Baldanza, Pentagon-Sprecherin, gegenüber „Warrior Maven“.

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    Die neuen Forderungen für niedrige Sprengkraft („Low-Yield“) sollen zurzeit als Grundlage für die weitere Entwicklung des Programms dienen.

    Hans Kristensen, Leiter des Nuclear Information Project des Bundes amerikanischer Wissenschaftler, hat der Zeitschrift einen kleinen Einblick in Details der Waffen angeboten.

    Die Trident-Rakete, welche derzeit von strategischen U-Booten gestartet werde, trage einen thermonuklearen Sprengkopf W-76, der in einem Mk-4-Wiedereintrittskörper transportiert werde.

    Trident könne zu Low-Yield modifiziert werden, indem die Uran-Unterbaugruppe bis auf den primären Plutonium-Auslöser deaktiviert werde. Dies würde mit einer relativ geringen Sprengkraft von fünf bis sechs Kilotonnen geschehen, sagt Kristensen.

    Die Modifizierung sei viel einfacher, als die Herstellung einer vollständig neuen Rakete. Jedoch wäre Trident W76-2 schwerer abzuwehren, als ein Sprengkopf, der von einem Bomber oder einem Marschflugkörper abgeworfen werde, so Kristensen.

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    Zuvor hatte der Pentagon-Chef, James Mattis, vermutet, dass eine neue U-Boot-gestützte Rakete mit geringer Sprengkraft wahrscheinlich als Druckmittel gegen Russland verwendet werden könnte. Er hatte Russland eine ständige Verletzung des INF (Vertrag über die Begrenzung nuklearer Mittelstreckensysteme – Anm. d. Red.) vorgeworfen und die Raketen als Verhandlungsmittel bezeichnet, um Russland wieder gefügig zu machen.

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    Tags:
    Low-Yield, Druckmittel, Sprengköpfe, Raketen, Atomwaffen, SLBM, Interkontinental-Rakete Typ Trident II D5, Nuclear Information Project, Warrior Maven, Pentagon, Hans Kristensen, James Mattis, Michelle Baldanza, USA, Russland