21:51 25 Juni 2018
SNA Radio
    Proteste im Gaza-Streifen gegen die Verlegung der US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem

    „Wir werden Jerusalem nicht verlassen“: Palästinas Botschafter zur Lage in Israel

    © REUTERS / Ibraheem Abu Mustafa
    Politik
    Zum Kurzlink
    4546

    Der palästinensische Botschafter in Russland, Abdel Hafiz Nofal hat erklärt, dass die Palästinenser Jerusalem vor dem Hintergrund der Entscheidung der USA, die Stadt als Hauptstadt Israels anzuerkennen, nicht verlassen werden.

    „Al-Quds (arabischer Name von Jerusalem – Anm. d. Red.) ist nicht nur ein palästinensisches Problem. Al-Quds ist ein Problem für die gesamte muslimische Welt, die Palästinenser bezahlen ihren Kampf täglich mit ihrem eigenen Blut“, sagte Nofal bei einer Veranstaltung in Moskau zum internationalen Al-Quds Tag. 

    Dem Diplomaten zufolge werden täglich Veranstaltungen zu „Judaisierung“ Jerusalems organisiert, unter anderem durch Umbenennung von Straßen, Querstraßen und Stadtvierteln sowie durch Umsiedlung von Stadteinwohnern.   

    „Als Palästinenser bleiben wir stehen und erklären, dass Jerusalem nicht zum Verkauf steht. Wir bitten alle muslimischen und arabischen Brüder nicht nur um eine Informationsunterstützung, sondern auch um eine umfassende Unterstützung“, so Nofal.

    Nach Angaben von Nofal wurden bei den jüngsten Zusammenstößen mit israelischen Militärs mehr als 120 Menschen getötet.

    „Es ist merkwürdig, dass in der arabischen Welt Stille herrscht. Al-Quds ruft alle auf, seid euch sicher, dass wir stehen bleiben, wir werden unsere Häuser, unsere Ehre und unsere Würde schützen“, sagte der Diplomat.

    Massenproteste der Palästinenser im Gazastreifen (der Große Marsch der Rückkehr) dauern seit Ende März an. Am 14. Mai war die Lage eskaliert, als die USA feierlich ihre Botschaft in Jerusalem eröffnet hatten. Bei Zusammenstößen mit israelischen Militärs waren mehr als 50 Palästinenser getötet und mehr als 2.000 verletzt worden.

    Insgesamt sind seit dem Beginn der Proteste nach Angaben von palästinensischen Ärzten 119 Palästinenser getötet und 13.300 Menschen verletzt worden, 300 von ihnen würden in Lebensgefahr schweben. 

    Die Palästinenser protestieren gegen die international umstrittene Verlegung der US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem, denn sie betrachten das von Israel besetzte Ost-Jerusalem als Hauptstadt ihres Staates.

    Zum Thema:

    Attentat auf Netanjahu vereitelt: Terrorzelle in Israel neutralisiert - Medien
    Trumps Iran-Politik: Grabrede für den Frieden in Europa? – Nahost-Experte
    „Nächstes Jahr in Jerusalem“? – Für einen Eurovision Song Contest in Algier
    Mysteriöse Maas-Mission: Was suchte deutscher Minister über Westjordanland?
    Tags:
    Proteste, Ehre, Militärs, Zusammenstöße, Unterstützung, Umbenennung, Kampf, Problem, Nofal Abdel Hafiz, Russland, Moskau, Gazastreifen, USA, Tel Aviv, Jerusalem, Israel, Palästina
    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren