18:12 21 Juni 2018
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    Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (l.) und sein polnischer Kollege Andrzej Duda bei einem Treffen in Warschau

    Duda macht Steinmeier auf Gefahr durch Gaspipeline Nord Stream 2 aufmerksam

    © AFP 2018 / JANEK SKARZYNSKI
    Politik
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    Polens Staatspräsident Andrzej Duda hat versucht, seinen deutschen Amtskollegen Frank-Walter Steinmeier von der Gefahr zu überzeugen, die der Bau der Gaspipeline Nord Stream 2 heraufbeschwöre. Er sei gegen das Projekt, sagte Duda am Dienstag in Warschau nach Verhandlungen mit Steinmeier.

    „Wir sprachen über die Energiesicherheit. Ich habe erläutert, warum wir gegen die Realisierung dieses Projekts sind. Es geht doch um die Energiesicherheit unseres Teils Europas und um die Energiesicherheit der Ukraine“, sagte Duda.

    Das Projekt gefährde die Sicherheit der ganzen Region. Polen ist seit Jahren gegen den Bau der Pipeline von Russland nach Deutschland, über die künftig noch mehr russisches Gas nach Europa transportiert werden solle, betonte er.

    Steinmeier erwiderte: „Die deutsche Bundesregierung baut keine Pipeline.“ Aber sie wisse um die politischen Implikationen und um ihre Verantwortung und bemühe sich darum, dass Nord Stream 2 den Transit durch die Ukraine nicht ersetzen werde. Dahin gehende Verhandlungen würden fortgesetzt, sagte der Bundespräsident.

    US-Präsident Donald Trump hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel bei ihrem jüngsten Treffen ersucht, die Unterstützung für das Projekt der neuen Ostseepipeline aufzugeben, und versprach als Gegenleistung Verhandlungen über ein neues Handelsabkommen zwischen den USA und Europa. Das berichtete The Wall Street Journal unter Berufung auf Amtsträger der USA, Deutschlands und der EU.

    Russlands Präsident Wladimir Putin sagte in diesem Zusammenhang, dass Trump vor allem die Interessen des US-Business lobbyiert, um Lieferungen von verflüssigtem Erdgas (LNG) aus der US-Produktion nach Europa durchzusetzen.

    Das Projekt Nord Stream 2 sieht den Bau von zwei Strängen  mit einer Gesamtleistung von 55 Milliarden Kubikmetern pro Jahr vor. Die Gaspipeline führt von der russischen Küste auf dem Grund der Ostsee direkt nach Deutschland und soll parallel zur bestehenden Leitung Nord Stream gelegt werden.

     

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