18:03 21 Juni 2018
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    US-Botschafter in Deutschland Richard Grenell

    „Selbst wenn euch das nicht gefällt“: State Department verteidigt Grenell

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    Politik
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    Die amtliche Sprecherin des US-Außenministeriums, Heather Nauert, hat zu den heftig umstrittenen Äußerungen des neuen US-Botschafters in Deutschland, Richard Grenell, über seine Unterstützung für die Konservativen in Europa Stellung genommen.

    Wie Grenell in einem Interview für das rechte Internetportal Breitbart gesagt hatte, möchte er „andere Konservative in ganz Europa stärken“. Er nannte in diesem Zusammenhang den österreichischen Bundeskanzler Sebastian Kurz.

    Die „Frankfurter Rundschau“ schrieb später, die Bundesregierung wolle von Grenell Aufklärung darüber, wie seine Äußerungen zu verstehen seien. Nach Angaben des Blattes habe er damit die deutsche Bundesregierung angegriffen. Zudem sei dies ein Bruch mit der Tradition, wonach Botschafter vermeiden sollen, ihr Amt zu politisieren.

    In einem Briefing sagte Nauert: „Botschafter sind berechtigt, ihre Meinung zu äußern. Sie sind Vertreter des Weißen Hauses, sei es die heutige oder eine andere Administration. Und wir hören, dass sie ihre Meinung aussprechen. Manchmal können diese Meinungen Menschen gefallen oder nicht gefallen. Es besteht auch das Recht auf Redefreiheit. Unabhängig davon, ob es Ihnen gefällt. Botschafter sagen manchmal solche Dinge.“

    Nauert betonte ferner, dass die USA und Deutschland „sehr feste Beziehungen zueinander unterhalten“.

    „Wir unterstützen keine politischen Parteien. Wir unterstützen Demokratien, wir unterstützen Länder, die selbständig darüber entscheiden, für wen sie stimmen wollen. Ich denke, Botschafter Grenell hat betont, dass es in Europa einige Parteien und Kandidaten gibt, denen es gut geht“, so Nauert.

    Wie der deutsche Außenminister Heiko Maas mitteilte, sollen die Äußerungen von US-Botschafter Richard Grenell bei einem Treffen mit ihm am Mittwoch im Bundesaußenministerium erörtert werden.

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    Tags:
    Konservative, US-Botschafter, Außenministerium Deutschlands, Bundesregierung, Richard Grenell, Heather Nauert, Sebastian Kurz, Deutschland, USA
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