02:13 25 Juni 2018
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    Matthias Platzeck (Archivbild)

    „Krim-Frage in die Kiste packen“: Platzeck für G8 mit Russland

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    Politik
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    Der Vorsitzende des Deutsch-Russischen Forums, Matthias Platzeck (SPD), hat sich für die Rückkehr Russlands in die Gruppe führender Wirtschaftsmächte ausgesprochen. Die Eingliederung der Halbinsel Krim in den Bestand Russlands nach dem Krim-Referendum von 2014 ist für ihn dabei kein unüberwindbares Hindernis.

    „Es wäre ein entspannendes Signal, wenn man die Russen fragen würde, ob sie wieder dabei sein wollen“, sagte Platzeck der dpa. „Damit würde endlich diese Grundspannung, die alle Gespräche überlagert, etwas abgebaut.“

    Die Wiedervereinigung der Halbinsel Krim mit Russland im Jahr 2014, was der Grund für den Ausschluss des Landes aus der G8 war, sollte laut Platzeck nicht im Wege stehen. „Lasst uns doch die Krim-Frage temporär in eine Kiste packen“, betonte er weiter.

    „Die Europäische Union schreibt drauf: Das werden wir niemals anerkennen. Und die Russen schreiben drauf: Die geben wir niemals wieder her. Und dann stellen wir die Kiste mal ein Stück zur Seite, um über andere Themen reden zu können“, wird Platzeck weiter zitiert.

    Der Politiker kritisierte zudem die Sanktionspolitik der EU: Keine der erhofften Wirkungen sei eingetreten, alles sei nur „schwieriger und schlechter geworden“.

    „Und dabei ist Russland noch nationalistischer geworden als es vorher war und hat sich vom Westen ein Stück weit abgewandt.“

    Zuvor hatte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel bei einer direkten Fragestunde im Bundestag gegen die Rückkehr Russlands zu G8 ausgesprochen. „Die Annexion der Krim ist ein flagranter Bruch des Völkerrechts gewesen“, so Merkel.

     

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    Rückkehr, G8, Angela Merkel, Krim, Deutschland, Russland