06:22 20 Oktober 2018
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    Protestaktion vor der ukrainischen Botschaft in Moskau wegen Festnahme des Journalisten Kirill Wyschinski

    Europäische Journalisten verurteilen Diskriminierung von Kollegen in Ukraine

    © Sputnik / Anton Denissow
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    Das leitende Komitee der Europäischen Journalisten-Föderation (EJF) hat in einer Resolution Besorgnis über die in der Ukraine lauernden Bedrohungen gegen Medienvertreter geäußert. Das Dokument wurde nach Abschluss des EJF-Jahreskongresses in Lissabon unterzeichnet.

    Die Mitglieder der Organisation verurteilen in der Resolution die zunehmende Gewalt gegen Journalisten in der Ukraine und „die Einschüchterungskampagne vonseiten ukrainischer Amtspersonen“ und beauftragen das Komitee, ukrainischen Kollegen Unterstützung zu erweisen.

    Hinsichtlich der vorgetäuschten „Ermordung“ von Arkadi Babtschenko schreiben die Verfasser, dass die von Kiew organisierte „Fake-Operation sich auf das Vertrauen zu Journalisten ernsthaft auswirkt, indem die Öffentlichkeit mit dieser propagandistischen Operation wissentlich irregeführt wird“.

    „Der Jahreskongress beauftragt das leitende Komitee, um die Wiederherstellung der ‚roten Linie‘ der Europäischen und der Internationalen Journalisten-Föderation zu ersuchen, falls eine außerordentliche Situation eintreten sollte, und die beiden Regierungen – die Russlands und die der Ukraine – um den Schutz der Pressemitarbeiter zu bitten, die über die Region berichten, sowie die Journalisten, die heute in Gefängnissen gehalten oder strafrechtlich verfolgt werden, zu entlassen“, heißt es in der Resolution.

    Die Methoden der ukrainischen Geheimdienste sind von vielen internationalen Organisationen einer scharfen Kritik ausgesetzt worden. Die OSZE, das Europäische Parlament, die Internationale Journalisten-Föderation und die „Reporter ohne Grenzen“ haben die Verbreitung von falschen Nachrichten über das Schicksal von Babtschenko verurteilt.

    Die ukrainischen Behörden hatten im Mai ein Strafverfahren gegen den Leiter des Portals RIA Novosti Ukraine, Kirill Wyschinski, eingeleitet. Der Journalist war vor seiner Wohnung in Kiew wegen Verdacht auf Landesverrat und Unterstützung für die selbsterklärten Republiken Donezk und Lugansk festgenommen worden. Dem Journalisten drohen bis zu 15 Jahre Haft.
    Der russische Präsident Wladimir Putin hat die Situation mit Wyschinski als beispiellos und unzulässig verurteilt.

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    Tags:
    Kritik, Journalisten, Gewalt, Resolution, Geheimdienste, Europäisches Parlament, Reporter ohne Grenzen, OSZE, Arkadi Babtschenko, Kirill Wyschinski, Europa, Ukraine