13:57 19 August 2018
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    Griechenland und EU (Archivbild)

    Darum soll EU Schuldenschnitt für Griechenland überlegen – Medien

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    Politik
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    Der mögliche Ausstieg Griechenlands aus dem EU-Hilfsprogramm kann für eine Debatte darüber sorgen, ob Brüssel die Schulden von Athen ausbuchen soll, schreibt die Zeitung „Hufvudstadsbladet“. Die EU stößt laut dem Blatt auf ein Dilemma, denn Athen kann nach neuen Verbündeten suchen – falls Brüssel weiter wie ein erbarmungsloser Geldgeber agiert.

    Wenn alles nach Plan liefe, würden die Finanzminister der Eurozone Ende Juni bestätigen, dass Griechenland das achtjährige Hilfsprogramm verlassen könne. Das Programm hätte die griechische Wirtschaft nach dem Ausbruch der Staatsschuldenkrise 2010 flott gemacht, schreibt das Blatt.

    Für die Griechen hatte die Krise schwere Nachwirkungen. Griechenland hatte die Hilfe nur unter der Bedingung erhalten können, dass es großangelegte Reformen durchführen und die Korruption bekämpfen würde.

    Athen erfüllte einen Teil der Bedingungen. Im Juni sollen die EU-Länder jedoch feststellen, ob die getroffenen Maßnahmen angemessen sind. Die Zeitung merkt an, es sei wahrscheinlich, dass die Entscheidung der EU-Länder positiv ausfallen würde. Das griechische System der öffentlichen Verwaltung sowie das Rechtsystem des Landes entsprächen aber weiterhin nicht den EU-Standards.

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    Falls Griechenland die Unterstützung seitens der EU verlieren wird, kann diese Tatsache laut „Hufvudstadsbladet“ für eine Debatte darüber sorgen, ob die Schulden Athens ausgebucht werden sollen. Deutschland und andere EU-Länder hatten diese Möglichkeit konsequent abgelehnt – aus Besorgnis, dass sonst in anderen EU-Ländern, die sich auch in einer ähnlichen Situation befänden, eine Kettenreaktion ausgelöst werden könnte.

    „Griechenland wird aber noch lange Zeit nach dem Ausstieg aus dem Hilfsprogram ein armes und verwundbares Land bleiben. Falls die EU dort wie ein erbarmungsloser Geldgeber aufgenommen wird, kann Griechenland die Suche nach anderen Verbündeten beginnen“, betont das Blatt.  

    Russland freut sich laut der Zeitung auf eine Schwächung der EU und kann Griechenland eine Gemeinschaft anbieten, die auf dem gemeinsamen orthodoxen Glauben basiert. China, das den Hafen von Piräus gekauft hatte, betrachtet Griechenland als ein strategisches Element in der Neuen Seidenstraße – dem wichtigsten chinesischen Projekt, mit dessen Hilfe Peking seinen wirtschaftlichen und politischen Einfluss erhöhen will.

    „In diesem geopolitischen Machtspiel muss die EU überlegen, was die Einheit der Union kostet. Aus diesem Grund wird sie wahrscheinlich auf einige Grundsätze verzichten müssen, um ernstere Verluste zu vermeiden“, schreibt  „Hufvudstadsbladet“ abschließend.

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    Tags:
    Verbündete, Hilfe, Unterstützung, Schulden, Ausstieg, Hilfsprogramm, China, Russland, EU, Griechenland
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